Rahm Emanuel. Foto: epa
Rahm Emanuel. Foto: epa

Obamas erste Personalentscheidung lässt einige Rückschlüsse zu. Der Stabschef im Weißen Haus ist der Manager der Macht, ihm obliegt die Formulierung und Umsetzung der politischen Strategie. Emanuels Benennung signalisiert, dass der neue Präsident dabei keine Konflikte scheut.

Für den Wechsel ins Weiße Haus müsste Emanuel seine parlamentarische Karriere aufgeben, eine Zusage auf Obamas Angebot stand am Donnerstag noch aus. Politisch ist Emanuel in der Mitte angesiedelt, mit dem linken Parteiflügel hat er manchen Streit ausgefochten. Emanuel dürfte dessen Hoffnung auf teure staatliche Programme und einen Ausbau der Sozialausgaben in die Schranken weisen. Konflikte zwischen dem Weißen Haus und der starken Mehrheit der Demokraten im Kongress werden nicht zu vermeiden sein.

Sein rauflustiges Auftreten hat dem Abgeordneten den Spitznamen "Rahmbo" eingebracht. Der Name Rahm Emanuel ist freilich hebräisch, sein Vater Binyamin stammt aus Jerusalem, er ist ein Veteran von Israels Unabhängigkeitskampf. Zu dem jüdischen Staat hat Rahm Emanuel selbst eine enge Bindung, während des Golfkriegs 1991 diente er als ziviler Freiwilliger auf einer israelischen Armeebasis. Sein inzwischen in Chicago lebender Vater äußerte am Donnerstag in der israelischen Zeitung "Maariv" die Erwartung, dass der Sohn den neuen US-Präsidenten "zu einer proisraelischen Politik beeinflussen" werde.

Die Leidenschaft für die Politik ist das bestimmende Element in Emanuels Leben, aber nicht das einzige. Drei Jahre lang war er als Investmentbanker tätig und verdiente in dieser Zeit 16 Millionen Dollar.