Liberation (Paris): Bei dieser Wahl wird ein französisches Vorurteil über die Amerikaner weggefegt: Alle vier Jahre beklagen wir die schwache Wahlbeteiligung in den USA. Doch das ist ein Klischee. Angesichts einer historischen Herausforderung und dank der technologischen Erneuerungen des Internets haben wir eine beispielhafte Mobilisierung der amerikanischen Wähler erlebt.

Corriere della Sera (Mailand): Barack Obama, zu Beginn seines Wahlkampfs als der neue (John F.) Kennedy gepriesen, hat die Ziellinie dann im Trikot des schwarzen (Franklin D.) Roosevelt überschritten - als der Mann, der Amerika mit einem New Deal vor dem Zusammenbruch retten kann. (...) Er hat sogar die Finanzwelt auf seine Seite gezogen, was überraschen mag, denn der demokratische Frontmann will den Gewerkschaften mehr Macht geben und beabsichtigt, dem freien Handelsverkehr Zügel anzulegen.

WAZ (Essen): Bis zu 85 Prozent der Befragten in Deutschland haben sich Barack Obama als nächsten US-Präsidenten gewünscht. (...) Ohne die tiefe Abneigung, ja Verachtung gegenüber Bush, keine derart hemmungslose Begeisterung für Obama. (...) Bei aller Freude: Auch der neue US-Präsident wird zuerst hart die Interessen seines Landes vertreten.

Delo (Laibach): Der Alte Kontinent zeigt solche Begeisterung für Barack Obama, als ob er ein Erlöser für die transatlantische Beziehungen sein würde. Aber zu revolutionären Veränderungen wird es nicht kommen. (...) Die außenpolitische Form wird sich verändern, da Obama mehr einer Zusammenarbeit als den Konflikten zugeneigt ist, es stellt sich aber die Frage, inwiefern sich der außenpolitische Inhalt ändern wird.