Auch Bruce Springsteen rechnet mit einem Sieg Barack Obamas. - © AP - Alex Brandon
Auch Bruce Springsteen rechnet mit einem Sieg Barack Obamas. - © AP - Alex Brandon

Misstrauen gegenüber den Prognosen der Meinungsforscher sind angebracht: Erinnerlich ist die Fehlleistung bei den Vorwahlen von in New Hampshire, wo Obama trotz eines Umfragevorsprungs von acht Prozentpunkten gegen Hillary Clinton verlor.

Dennoch erwartet kaum jemand, dass John McCain zum Präsidenten gewählt wird. Die renommierte Washington Post hat 291 fixe Wahlmänner für Obama und 159 für McCain errechnet. 68 Stimmen in sechs Bundesstaaten gelten weiterhin als hartumkämpft, schreibt das Blatt.

Die auf die Analyse von Umfragen spezialisierten Website FiveThirtyEight.com sagt 349 Wahlmänner für Obama und 189 für McCain voraus. Election Projection prognostiziert ein Verhältnis von 338 zu 200 für Obama.

Wahlentscheidend könnte die Unterstützung der US-Amerikaner mit lateinamerikanischem Hintergrund sein: Einer Umfrage von Univision, Zogby und Reuters zufolge sprechen sich 78 Prozent der Hispanics, die wahrscheinlich zur Wahl gehen, für den Demokraten aus. Die Hispanics machen 15 Prozent der US-Bevölkerung und neun Prozent der Wahlberechtigten aus. Ihre Stimmen könnten in wichtigen Bundesstaaten wie Florida den Ausschlag geben.

Wallstreet setzt auf Obama

Der Dow Jones stieg am Wahltag um 3,28 Prozent, was Marktstratege Art Hogan von Jefferies & Co so erklärte: "Die Aktienmärkte haben den Wahlsieg von Obama bereits vorweggenommen".

Auch der ehemalige Wahlmanager und Vertraute von US-Präsident George W. Bush, Karl Rove, setzt auf Obama. Rove rechnete auf seiner eigenen Website anhand von Umfragen damit, dass Obama gegen den Republikaner John McCain mit 338 zu 200 Wahlmänner-Stimmen siegt. Nach Roves Einschätzung hat Obama den gewichtigen Bundesstaat Florida in der Tasche und damit allein dort 27 Wahlmänner-Stimmen gewonnen.

Roves Prognosen sind wohl auch davon beeinflusst, dass prominente Republikaner wie der frühere Außenminister Colin Powell oder George W. Bushs ehemaliger Sprecher Scott McClellan und der Ex-Gouverneur von Massachusetts, William Weld, sich zu Obama bekannt haben.

Völlig sicher ist sich Hip-Hop-Star Diddy. "Ich fühlte, dass es meine Stimme war, die ihn ins Amt gebracht hat", sagte der Sänger, Produzent und Modedesigner nach der Stimmabgabe in Manhattan.

Elogen aus Europa

Noch muss sich freilich auch die europäische Presse, die Obama längst zu ihrem Liebling erkoren hat, zurückhalten. Die italienische Zeitung Corriere della Sera brachte freilich schon am Dienstag eine Eloge mit einer kleinen Einschränkung in Klammern: "Falls Obama gewinnt (aber Achtung, es heißt: falls, denn noch ist das wirklich nicht sicher), dann wäre sein Einzug in das Weiße Haus in Washington, gemeinsam mit dem glänzenden Beiwerk einer schwarzen und für die Nation modellhaften 'First Family', eine Erfüllung. Es wäre die Erfüllung des Versprechens der Freiheit und Gleichheit, das an der Wiege der Vereinigten Staaten von Amerika stand, dann jedoch durch die Erbsünde der Sklaverei und danach durch die Rassentrennung beschnitten worden war."