Jonathon Sharkey trägt den Spitznamen "Der Aufspießer". Er vertritt die Partei der Vampire, Hexen und Heiden, ist Wrestler, Boxer und Satanist. Der selbsternannte Nazi John Taylor Bowles (unabhängig) fordert mit düsteren Parolen die "Rasse-Reinheit" in den USA. Performance-Künstler Frank Moore möchte Marihuana legalisieren. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist eben alles möglich, auch bei einer Präsidentschaftswahl.

Zünglein an der Waage

Ralph Nader (74) ist der wohl bekannteste Kopf auf der Liste der Außenseiter 2008. Er ist kein unbeschriebenes Blatt auf der politischen Bühne und tritt bereits zum vierten Mal als Präsidentschaftskandidat an. Viele halten den unabhängigen Querkopf schlicht für starrsinnig. Doch bei der Wahl im Jahr 2000 wählten ihn fast drei Millionen Menschen. Damit wurde seine Kandidatur zum "Zünglein an der Waage" und kostete den Demokraten Al Gore wichtige Wählerstimmen. Noch heute nähmen ihm das Demokraten landesweit übel, schrieb die "New York Times".

Naders Beispiel ist kein Einzelfall. Ross Perot (unabhängig) konnte sich bei der Wahl 1992 mit liberalen Positionen und einem publikumswirksamen Auftreten gegen seine großen Rivalen Bill Clinton (Demokraten) und George Bush senior (Republikaner) behaupten. Er erhielt am Ende knapp 19 Prozent der Stimmen - und war damit der stärkste Kandidat einer Drittpartei seit 80 Jahren.

Mehr als eine Statistenrolle zu spielen, wird auch dem Kandidaten der Libertären Partei, Bob Barr, zugetraut. Der ehemalige Anwalt trat 1997 ins nationale Rampenlicht, als er, damals noch als Republikaner, lautstark ein Amtsenthebungsverfahren gegen den amtierenden Präsidenten Bill Clinton forderte, wegen dessen Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky. Die Aufstellung des als sehr konservativ geltenden 59-Jährigen sorgt in republikanischen Kreisen für Unruhe, wie die "New York Times" berichtet. Die Sorge der Konservativen: Barr könne McCain im ohnehin schon knappen Gefecht gegen Obama Stimmen abnehmen.