Letzten Umfragen zufolge ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das der demokratische Kandidat Barack Obama sein wird. Die Meinungsforscher von Reuters, C-Span und Zogby legten am Montag Zahlen vor, laut denen der Vorsprung des 47-jährigen Senators aus Illinois bei 7 Prozentpunkten lag bei einer Fehlerquote von 2,9 Prozentpunkten und zwei Prozent Unentschlossenen.

Dennoch gibt sich sein republikanischer Konkurrent noch nicht geschlagen. John McCain wollte am Montag noch in sieben Bundesstaaten für sich werben. Selbst am gewöhnlich kampagnenfreien Tag der Wahl wollte er noch in New Mexico und Colorado auftreten; ist doch in letzterem Bundesstaat die Stimmung zugunsten Obamas gekippt. Dennoch hat auch er angekündigt, bis zur letzten Sekunde für sich die Werbetrommel rühren zu wollen. Insgesamt hat der Wahlkampf bisher mehr als zwei Milliarden Dollar gekostet.

Ungelegen kam Obama im letzten Moment seine Tante. Kurz vor der Wahl wurde bekannt, dass die aus Kenia stammende Verwandte Zeituni Onyango seit 2004 illegal in den USA lebt. Obama sprach sich umgehend für eine Ausweisung der Tante aus: "Wenn sie gegen Gesetze verstößt, müssen diese Gesetze befolgt werden."

Ein angeblicher Anruf des französischen Staatsoberhaupts Nicolas Sarkozy bei Sarah Palin brachte zuletzt noch eine humoristische Note in den Wahlkampf. In dem Gespräch reagiert Palin enthusiastisch auf den Anruf des vorgeblichen Sarkozy: "Es ist so toll, Sie zu hören, danke, dass Sie uns anrufen (...) Wir haben Hochachtung vor Ihnen, John McCain und ich, wir lieben Sie", sagt Palin, unbeirrt von irritierenden Bemerkungen des Anrufers. Selbst nach mehreren Hinweisen merkte sie nicht, dass Marc-Antoine Audette sie mit seinem französischen Akzent aufs Glatteis führte.

In elf US-Staaten haben die Wähler am Dienstag besonders viel zu tun: Sie treffen nicht nur ihre Entscheidungen zum nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten und zum Kongress, sondern wählen auch den Gouverneur ihres Heimatstaates. Das Augenmerk richtet sich dabei besonders auf drei Bundesstaaten mit knappen Mehrheitsverhältnissen: Indiana, North Carolina und Washington.

Die Gouverneure haben im Alltagsleben der Amerikaner oft eine größere Rolle als die Bundesregierung in Washington - etwa in der Schulpolitik, im Hochschulwesen oder bei der Gesundheitsversorgung.