Teuerster Wahlkampf der US-Geschichte

Der Wahlkampf für die Präsidentenwahl 2008 gilt als der teuerste in der US-Geschichte. Barack Obama standen rund 603 Millionen Dollar an Wahlspenden zur Verfügung. In John McCains Wahlkampfkasse lagen 358 Millionen Dollar.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat wiederholte in den TV-Spots seine zentralen Wahlkampfaussagen und versprach angesichts der Finanzkrise einen Rettungsplan für die Mittelschicht.

Der Spot zeigte unter anderem Obama in einer dem Amtszimmer des Präsidenten im Weißen Haus ähnlichen Kulisse. Außerdem wurden Bilder vom Parteitag der Demokraten und anderen Wahlveranstaltungen eingeblendet. Auch Obamas Ehefrau Michelle und seine zwei Töchter waren zu sehen sowie Fotos seines verstorbenen Vaters aus Kenia und seiner aus dem US-Staat Kansas stammenden Mutter, die ebenfalls nicht mehr lebt. Das Programm endete mit einer Live-Schaltung zu einer Wahlkundgebung Obamas in Florida.

Allein in den vergangenen drei Wochen ließ Obama USA-weit 140.000 TV-Spots auf die Zuschauer niederprasseln. Aneinandergereiht würden die Filmchen 53 Tage dauern, errechnete die "New York Times".

Obama-Vorsprung auch in Republikaner-Staaten

Die Umfragen sehen Obama erwartungsgemäß weiter klar vorn. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Befragung von Reuters, Zogby und C-Span lag der Demokrat landesweit sieben Prozentpunkte vor McCain - nach fünf Punkten Mitte der Woche. Genau die Hälfte der Wähler würde demnach für den schwarzen Senator aus Illinois stimmen, 43 Prozent würden McCain wählen. Nur mehr zwei Prozent zeigten sich unentschlossen. Obama hat demnach in vier Staaten, bei denen die Republikaner traditionell eine solide Mehrheit hatten, mit jeweils sieben bis zwölf Prozentpunkten die Nase vorn: Und zwar in Ohio, Nevada, Colorado und Virginia.

Selbst in McCains Heimatstaat Arizona ist dessen sein Sieg gefährdet. In der AP-GfK-Umfrage beträgt sein Vorsprung gerade einmal zwei Prozent, was innerhalb der Fehlerquote von drei Prozent liegt. "Wenn Sie an Wunder glauben", sagt der republikanische Berater Joe Gaylord, "dann glauben Sie weiter an McCain". Auszuschließen ist ein Stimmungswandel in der Tat nicht. Schon oft wendete sich das Blatt in diesem US-Wahlkampf. So wurde McCain zu Beginn seines Wahlkampfs von Experten schon abgeschrieben. Auch Obama galt als Underdog im Kampf gegen Hillary Rodham Clinton.

Palin will in der Bundespolitik bleiben

McCains "Running Mate" Sarah Palin will auch im Fall einer Wahlniederlage weiter Bundespolitik machen. Sie werde sich keinesfalls zurückziehen, sagte die Gouverneurin von Alaska in einem Interview des Senders ABC.