Für die Nominierung begannen Vertreter der US-Bundesstaaten zunächst, in alphabetischer Reihenfolge die Stimmpräferenzen ihrer Delegation für Obama und für Clinton zu verkünden, die ebenfalls zur Wahl stand. Als Clinton als Vertreterin des Staates New York an der Reihe war, schlug sie als Zeichen der Einigkeit Obamas Nominierung per Akklamation vor. Die Menge feierte die Entscheidung mit dem Sprechchor "Yes we can!" - dem Zuversicht verbreitenden Wahlkampfmotto Obamas. Daraufhin sagte die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, die den Vorsitz dem Parteitag führt: "Mit großem Stolz gebe ich bekannt, dass Barack Obama der Kandidat der Demokraten für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten ist."

Kurz vor Beginn der Abstimmung hatte Clinton es ihren Anhängern freigestellt, für Barack Obama zu stimmen. Nach Obamas Nominierung brachen manche von ihnen in Tränen aus. Dass Clinton sich formal zur Abstimmung stellte, war vor allem als Zugeständnis an ihre Wähler gedacht.

In einer leidenschaftlichen Rede nahm Bill Clinton seine früheren Zweifel an Obamas Eignung für das Präsidentenamt zurück. "Barack Obama ist bereit, Amerika zu führen und Amerikas Führung in der Welt wiederherzustellen", sagte der Ex-Präsident. Auch ihm selbst sei vor seiner Wahl 1992 von den Republikanern vorgeworfen worden, zu jung und unerfahren zu sein. "Es hat 1992 nicht funktioniert, weil wir auf der richtigen Seite der Geschichte waren. Und es funktioniert 2008 nicht, weil Barack Obama auf der richtigen Seite der Geschichte steht." Der Ex-Präsident räumte ein, "dass meine Kandidatin am Ende nicht gewonnen" hat. Nun wolle er aber, dass im November alle 18 Millionen Anhänger seiner Frau für Obama stimmen.

Ebenfalls per Akklamation wurde Joseph Biden zum Vize-Kandidaten nominiert. Biden griff in seiner Parteitagsrede die Republikaner scharf an. Durch die Außenpolitik der Regierung von Präsident George W. Bush und Präsidentschaftsbewerber John McCain seien die USA derzeit isolierter und unsicherer als jemals in der jüngsten Geschichte, sagte er. Mit Blick auf den Vietnamveteran McCain meinte Biden, die USA bräuchten in den gegenwärtig schwierigen Zeiten Amerika mehr als einen "mutigen Soldaten".

Obama Rede an einem historischen Tag

Nach seinem vielbejubelten ersten Auftritt beim demokratischen Parteitag 2004, als er den damaligen Präsidentschaftskandidaten John Kerry in den Schatten gestellt hatte, wurde Obamas Rede in Denver mit Spannung erwartet. Obama spricht an einem historischen Tag. Vor genau 45 Jahren hatte Martin Luther King vor 250.000 Menschen in Washington seine berühmte Rede "I have a dream" gehalten, in der er Freiheit und Gleichheit für alle Amerikaner gefordert hatte.