Höhepunkte zum Auftakt des Konvents der US-Demokraten: Michelle Obama nach ihrer Rede mit den Töchtern Sasha und Malia und der frühere Präsident Jimmy Carter mit seiner Frau Rosalynn. Foto: reuters/ Mike Segar
Höhepunkte zum Auftakt des Konvents der US-Demokraten: Michelle Obama nach ihrer Rede mit den Töchtern Sasha und Malia und der frühere Präsident Jimmy Carter mit seiner Frau Rosalynn. Foto: reuters/ Mike Segar

Überraschend war der 76-jährige Kennedy, bei dem im Mai ein Gehirntumor entdeckt worden war, zum Parteitagsauftakt gekommen. Als er in seiner Rede mit geschwächter Stimme sagte, dass im November die Fackel an eine neue Generation übergeben werde, deren Träger Barack Obama sei, standen vielen Delegierten die Tränen in den Augen. "Nichts konnte mich davon abhalten, zu diesem ganz speziellen Parteitag heute Abend zu kommen und ich gelobe, ich werde im Jänner dabei sein, wenn der neue Präsident vereidigt wird", versprach Kennedy und wurde mit Standing Ovations gefeiert. "Das Werk beginnt von neuem, die Hoffnung wächst, der Traum lebt fort", gab Kennedy den Delegierten mit auf den Weg.

Michelle Obama wandte sich in einer sehr persönlichen Rede an die Delegierten, berichtete über ihre Jugend im armen Schwarzenviertel von Chicago. "Mein eigener gesellschaftlicher Aufstieg und der meines Mannes beweisen, dass der amerikanische Traum noch immer andauert", sagte Michelle Obama. "Ich liebe dieses Land", betonte die Frau des designierten Präsidentschaftskandidaten mit Blick auf die wiederholt öffentlich geäußerten Zweifel am Patriotismus ihrer Familie. Nach der Rede holte sie ihre beiden Töchter Sasha und Malia auf die Bühne, während ihr Mann über eine Satellitenverbindung auf der Leinwand erschien und sich mit einem Gruß an die Versammlung wandte.

Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi forderte die Partei zur Geschlossenheit auf. Sie räumte ein, dass der Prozess der Versöhnung nach dem erbitterten Vorwahlkampf zwischen Obama und Hillary Clinton noch nicht abgeschlossen sei. Es sei aber nicht produktiv, weiter in diesem Streit zu schwelgen, sagte Pelosi und erklärte: "Die Demokraten werden diese Versammlung in Denver geeint, organisiert und stärker denn je verlassen, um Amerika mit Barack Obama als Präsident und Joe Biden als Vizepräsident in eine neue Richtung zu bringen."

Mit Spannung wurde deshalb in der Nacht zum Mittwoch die Rede von Hillary Clinton erwartet, die ihre Anhänger auffordern will, die Konflikte der Vorwahl hinter sich zu lassen und Obama zu unterstützen.

Die Polizei in Denver hat Sonntag und Montag drei Männer festgenommen, denen vorgeworfen wird, einen Anschlag gegen Obama geplant zu haben. Einer der festgenommenen Männer war während einer Verkehrskontrolle angehalten worden und die Polizei entdeckte in seinem Wagen Waffen, Munition und Betäubungsmittel. Laut Staatsanwalt habe aber keine ernsthafte Gefahr für Obama bestanden.