Es waren 16 lange Jahre, in denen die Clintons den Kurs der Demokraten bestimmten: Bill war acht Jahre Präsident, Hillary ist seit sieben Jahren Senatorin in New York und gab sich Obama im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur 2008 erst nach einem erbitterten Vorwahlkampf zähneknirschend geschlagen.

Mit Spannung wurde am Mittwoch der Parteitagsauftritt von Bill Clinton erwartet. In der Partei pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass der Ex-Präsident Probleme mit Obama hat. Hillary Clinton jedenfalls stellte sich schneller als Bill hinter Obama und griff einen Werbespot des republikanischen Kandidaten John McCain an, der ihre Äußerungen gegen den neuen Hoffnungsträger der Demokraten wenden wollte.

Nach Einschätzung einiger Demokraten steht sie uneingeschränkt zur Einheit der Partei und will keinesfalls für eine mögliche Niederlage bei der Präsidentenwahl am 4. November verantwortlich gemacht werden.

Hillary Clinton agiert jedoch möglicherweise nicht ohne Hintergedanken: Sollte Obama scheitern, könnte sie 2012 als dann 64-Jährige erneut antreten, heißt es hinter vorgehaltener Hand im Clinton-Lager.

Viele Clinton-Anhänger vor allem in den wahlentscheidenden und daher besonders umkämpften US-Staaten sind freilich noch immer nicht von den Qualitäten Obamas überzeugt und drohen, ins gegnerische Lager überzulaufen.