Barack Obama (links mit seiner Frau Michelle) wird mit Senator Joseph Biden (im Bild mit seiner Frau Jill) in den Kampf ums Weiße Haus gehen. Foto: epa/Tannen Maury
Barack Obama (links mit seiner Frau Michelle) wird mit Senator Joseph Biden (im Bild mit seiner Frau Jill) in den Kampf ums Weiße Haus gehen. Foto: epa/Tannen Maury

Obamas Sprecher Robert Gibbs räumte im Sender CNN ein, dass der harte Vorwahlkampf zwischen Clinton und Obama Spuren hinterlassen habe: "Es gab auf jeder Seite viel Leidenschaft, und das ist auch verständlich". Die Partei werde aber von Denver ein Signal der Einheit gegen die Republikaner aussenden.

Clinton hatte Anfang Juni ihre Niederlage eingeräumt und angekündigt, Obama zu unterstützen. Laut der jüngsten Umfrage des Senders NBC sind derzeit aber nur 52 Prozent von Clintons Anhängern zur Stimmabgabe für Obama bereit. Ein Fünftel will derzeit für dessen Gegenkandidaten John McCain stimmen.

Zur Enttäuschung vieler Clinton-Anhänger hatte Obama die Kandidatur für die Vizepräsidentschaft am Wochenende seinem Senatskollegen Joe Biden angeboten. Im Clinton-Flügel der Partei hatte es Hoffnungen gegeben, dass er dafür seine Vorwahlgegnerin auswählen würde.

Hillary Clinton wird sich am Dienstagabend in einer Rede an die Delegierten wenden. Ihr Mann Bill soll am Mittwoch sprechen, ehe die Delegierten offiziell den Kandidaten wählen.

Obama selbst wird erst zum Ende des Parteitags am Donnerstag auftreten. Seine Frau Michelle ist Hauptrednerin am Eröffnungsabend am Montag.

Republikaner schüren Spannungen

Die gegnerischen Republikaner versuchten, aus den früheren Spannungen zwischen Obama und Clinton politisches Kapital zu schlagen. Präsidentschaftskandidat John McCain ließ einen Fernsehspot schalten, der an Clintons scharfe Kritik in der Vorwahlsaison erinnerte. Obama habe Clinton bei der Vize-Kür übergangen, weil sie die Wahrheit gesagt habe über seine politische Schwäche, hieß es darin.

New Yorks republikanischer Exbürgermeister Rudolph Giuliani sagte dem Sender ABC, mit einer Nominierung Clintons hätte Obama eine starke Entscheidung treffen können: "Sie hatte 50 Prozent der Demokratenstimmen bekommen, und man musste sich schon außerordentlich mühen, sie als Vizekandidatin zu vermeiden".

15.000 Journalisten berichten vom Konvent

Etwa 15.000 Medienvertreter aus aller Welt werden vom Parteitag der US-Demokraten berichten, der nach den Worten des Bürgermeisters von Denver, John Hickenlooper, "der grünste Parteitag in der Geschichte des Planeten" werden soll. Für Delegierte und Parteitagsgäste stehen tausend kostenlose Leihräder zur Verfügung. 900 Freiwillige achten in Müllbrigaden auf die korrekte Trennung des Mülls. 85 Prozent sollen recycelt werden. Das Rednerpult besteht aus recyceltem Sperrholz mit Sojalackierung.

Die Kundgebungsplakate sind aus Biomaterial mit Leinen und Mais. Sie sollen später kompostiert oder zu Einkaufstaschen umgearbeitet werden. Selbst die Luftballons sind aus Biomaterial hergestellt und kompostierbar.

Patt in den jüngsten Wahlumfragen

Nach einer neuen Umfrage des TV-Senders CNN liegen Obama und McCain gleichauf bei 47 Prozent der Wählerstimmen. Noch vor einem Monat war Obama mit sieben Prozentpunkten deutlich voran gelegen.