Clinton wusste, dass sie in Pennsylvania mit überzeugender Mehrheit gewinnen musste. Ansonsten wäre der innerparteiliche Druck übergroß geworden, aus dem Rennen auszusteigen.

"Einige haben mich ausgezählt und mir gesagt, ich solle aufgeben", sagte Clinton nach ihrem Sieg. "Aber das amerikanische Volk gibt nicht auf. Und es verdient einen Präsidenten, der auch nicht aufgibt."

Obama setzt Hoffnung auf Wahl in Indiana

Obama reiste noch vor Bekanntgabe des Ergebnisses weiter nach Indiana, wo neben North Carolina am 6. Mai die nächsten Vorwahlen anstehen. "Jetzt liegt es an euch in Indiana", sagte er vor Anhängern in Evansville. "Ihr könnt entscheiden, ob wir auf den alten ausgetretenen Pfaden weitermachen oder ob wir einen neuen Kurs einschlagen, der wirkliche Hoffnung für die Zukunft bietet." Ohne Clinton beim Namen zu nennen, kritisierte der Senator von Illinois ihren Wahlkampfstil.

Obama warf seiner Konkurrentin vor, die Angst vor den Terrorismus als Stimmenfang zu benutzen. Clinton hatte zuletzt Themen der nationalen Sicherheit betont. Am Montag ließ sie einen Fernsehwerbespot ausstrahlen, in dem unter anderem Bilder von Terroristenführer Osama bin Laden und vom Angriff Japans auf Pearl Harbor zu sehen waren.

In der von Sorgen um die Wirtschaft geprägten Wahlentscheidung verdankte Clinton ihren Sieg vor allem den Weißen aus der Arbeiterschaft. Zu Clintons Wählern gehörten auch überproportional viele Katholiken, Gewerkschafter sowie Besitzer von Schusswaffen. Obama erhielt die Stimmen von 90 Prozent der Schwarzen, die in Pennsylvania aber nur einen Anteil von einem Siebtel der Bevölkerung stellen. Außerdem votierten Wechselwähler und Wähler mit höherer Bildung und höherem Einkommen für ihn.

Im Anschluss an die Vorwahl in Pennsylvania stehen bei den Demokraten bis zum 3. Juni noch Entscheidungen in sieben Staaten sowie auf den Inseln Puerto Rico und Guam an. Dabei ist Clinton in West Virginia und Kentucky favorisiert, während Obama in North Carolina, Oregon und South Dakota die besten Chancen hat. In den beiden Staaten Indiana und Montana ist noch keine klare Tendenz erkennbar.