Carville wies im Interview der "New York Times" darauf hin, dass Richardson einst als Energieminister dem Kabinett von Expräsident Bill Clinton, dem Mann der jetzigen Präsidentschaftsbewerberin, angehört habe. Er sprach von einer besonderen Ironie, dass der Gouverneur seine Unterstützung für Obama ausgerechnet in der Karwoche bekanntgegeben habe. So habe Judas Jesus damals für 30 Silberlinge verraten.

Die Stimmung im Clinton-Lager ist derzeit verständlicherweise angespannt. Denn obwohl Clinton in den Umfragen letztlich etwas aufholen konnte, schafft es Obama dennoch, auf ihn gestartete Angriffe perfekt zu parieren. Noch letzte Woche stand Obama im Kreuzfeuer der Kritik, da ihm seine Nähe zu einem extremistischen und afrozentristischen Prediger vorgeworfen wurde. Heute schon ist die Rede zum Thema Rassismus, die Obama daraufhin hielt, ein Hit auf der Video-Website YouTube.

Clinton wollte mit

Außenpolitik brillieren

Clinton hingegen stolpert derzeit über ihre eigenen Reden. Sie hat mit einer offensichtlichen Übertreibung über eine angebliche Bedrohung während eines Bosnien-Besuchs vor zwölf Jahren Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit geweckt. Bei einem Wahlkampfauftritt schilderte sie, wie sie 1996 bei ihrer Ankunft unter Beschuss von Heckenschützen geraten sei. Der Bosnien-Krieg (1992-1995) war da jedoch bereits vorbei.

Dem nicht genug, grub der US-Sender CBS ein Video von damals aus, das zeigte, wie sich Clinton in Begleitung ihrer Tochter Chelsea sogar Zeit nahm, die Willkommensgrüße eines kleinen Mädchens entgegenzunehmen. Im Wahlkampf sagte sie hingegen: "Es sollte eigentlich eine Begrüßungszeremonie auf dem Flughafen geben. Stattdessen rannten wir geduckt zu unseren Fahrzeugen."

Clinton wollte mit der Schilderung offensichtlich ihre umfassendere außenpolitische Erfahrung betonen. Clinton selbst erklärte später, wer ständig öffentlich reden müsse, dem könnten auch einmal Fehler unterlaufen. Die Episode könnte sich zu einem Problem für Clinton entwickeln, denn genau mit ihrer Erfahrung versucht die New Yorker Senatorin seit Monaten, im Duell mit Barack Obama zu punkten.

Die nächste Vorwahl ist am 22. April in Pennsylvania. Den Ausschlag werden angesichts des knappen Rennens aber wohl die fast 800 sogenannten Super-Delegierten geben, die sich nicht bei Vorwahlen festlegen müssen.