Obama-Fans in der Jackson State University in Jackson. - © AP / Rogelio V. Solis
Obama-Fans in der Jackson State University in Jackson. - © AP / Rogelio V. Solis

Wegen des hohen Bevölkerungsanteils der Schwarzen wird in Mississippi ein klarer Sieg des dunkelhäutigen Senators aus Illinois erwartet. Auf dem Spiel stehen 33 Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im August - weitaus größer wird allerdings der Preis in Pennsylvania sein, wo 158 Delegierte zu bestimmen sind. Bisher hat Obama laut "Associated Press" 1.579 Delegierte auf seiner Seite, bei Clinton sind es 1.473. Für die Kandidatur bei der Präsidentenwahl am 4. November sind mindestens 2.025 Stimmen erforderlich. In der Republikanischen Partei steht bereits John McCain als Kandidat fest.

Clinton hat sich in der vergangenen Woche mit ihren Wahlsiegen in Ohio und Rhode Island sowie ihrem guten Abschneiden in Texas erholen können. Zuvor hatte sie elf Niederlagen in Folge hinnehmen müssen. Bereits am Samstag gewann Obama aber die Wahl in Wyoming.

Der vor allem bei jugendlichen Wählern beliebte Obama ließ sich zum Abschluss seines Wahlkampfs in Mississippi auf Veranstaltungen in Columbus und Jackson feiern. Er habe mehr Delegierte, Staaten und Wählerstimmen als Clinton gewonnen, sagte Obama in Jackson. Deshalb komme die von Clinton ins Gespräch gebrachte Kandidatur für das Amt des Vizepräsidenten für ihn nicht infrage. "Ich weiß nicht, wie jemand, der auf dem zweiten Platz steht, dem Erstplatzierten die Vizepräsidentschaft anbieten kann", sagte Obama.

Clinton reiste bereits am Montag nach Pennsylvania weiter. Auf einer Kundgebung in Scranton wich sie Fragen nach dem Sexskandal ihres Verbündeten Eliot Spitzer aus. "Dazu habe ich keine Stellungnahme", sagte sie. "Ich sende dem Gouverneur und seiner Familie die besten Wünsche." Der New Yorker Gouverneur unterhielt nach Presseberichten enge Kontakte zu einem Prostituierten-Ring.

Schlechte Nachrichten gab es aufseiten der Republikaner auch für McCain. Am Montag wurde bekannt, dass sich führende Wahlkampfberater im vergangenen Jahr als Lobbyisten für die europäische Airbus betätigt haben. Zwei der Berater stellten ihre Lobby-Arbeit ein, als sie sich dem Wahlkampfteam McCains anschlossen. Ein dritter, der ehemalige texanische Abgeordnete Tom Loeffler, vertrat jedoch auch noch als Finanzchef des Wahlkampfteams die Interessen der Airbus-Muttergesellschaft EADS. McCain war selbst an den jahrelangen Bemühungen des Pentagons beteiligt, 179 Tankflugzeuge für die Luftwaffe zu bestellen. Die Entscheidung für Airbus fiel Anfang dieses Monats.