Bereits Anfang der Woche hatte Carville im US-Nachrichtensender CNN gesagt, dass Clinton wohl die Vorwahlen in diesen beiden Staaten und in Pennsylvania am 22. April werde gewinnen müssen. In diesen drei Staaten ist rund die Hälfte der noch zu vergebenden Delegiertenstimmen zu holen. "Wenn sie einen der drei verliert, dann wird wahrscheinlich Senator Obama die Nominierung bekommen", sagte der Wahlkampfstratege, der im Jahr 1992 maßgeblich zum Sieg von Hillarys Ehemann Bill Clinton bei der US-Präsidentenwahl beigetragen hatte.

Allerdings warnte Carville davor, den schwarzen Senator Barack Obama frühzeitig zum Sieger im Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur zu erklären. "Ich habe schon mehrmals miterlebt, wie die Clintons ausgezählt wurden. Ich wäre da sehr zurückhaltend." Bill Clinton, der von 1993 bis 2001 Präsident war, hat den Spitznamen "Comeback kid", weil er immer wieder in aussichtslos scheinenden Situationen die Rückkehr schaffte. Hillary Clinton legte nach einem Fehlstart in Iowa Anfang Jänner ebenfalls ein überraschendes Comeback hin und gewann die Vorwahl in New Hampshire überraschend vor Obama.

Acht Niederlagen

Clinton hat seit Samstag acht Vorwahl-Niederlagen gegen Obama hinnehmen müssen. Mit Siegen bei den drei "Potomac"-Vorwahlen um die Bundeshauptstadt Washington DC am Dienstag konnte der schwarze Senator aus Illinois seine Rivalin erstmals in der Gesamtzahl der Delegiertenstimmen für den demokratischen Nominierungsparteitag im Sommer überholen. Einer am Mittwochabend aktualisierten Zählung des US-Nachrichtensenders CNN zufolge liegt Obama bereits mit 1253 zu 1211 Stimmen vor Clinton. Dabei hat die frühere First Lady fast 80 Superdelegierte mehr auf ihrer Seite als ihr Kontrahent. Diese Delegierten sind hohe Parteifunktionäre, die am Nominierungskongress mitstimmen dürfen, ohne an das Ergebnis der Vorwahlen gebunden zu sein. Insgesamt sind für die Nominierung 2025 der 4049 Stimmen (darunter fast 800 Superdelegierte) nötig.

Fast 400 Delegierte

Die Vorwahlen in den beiden bevölkerungsreichen Staaten Texas und Ohio am 4. März, wo es um insgesamt knapp 400 Delegierte geht, gelten als letzte Chance für Clinton, den Trend zu ihren Gunsten umzudrehen. Die New Yorker Senatorin baut auf die besondere demografische Struktur dieser Staaten mit vielen Latinos beziehungsweise Arbeitern, bei denen Obama bisher nicht so gut ankam.

Zuvor finden am kommenden Dienstag noch in den beiden Bundesstaaten Wisconsin und Hawaii Vorwahlen statt.