Acht Siege in vier Tagen verbuchte Obama am Ende des Abends. Dennoch bleibt der Wettstreit spannend, denn beide Bewerber sind noch weit von den 2025 Delegiertenstimmen entfernt, die für eine Nominierung benötigt werden. Nach Berechnungen des Fernsehsenders MSNBC kommt Obama mittlerweile auf 1017 Wahlmänner. Auf Clinton legten sich bislang 942 Delegierte fest. "Wir wissen, wie viel weiter wir noch gehen müssen", rief Obama denn auch seinen Anhängern in Wisconsin zu, wo in einer Woche neben Hawaii die nächsten Vorwahlen stattfinden.

Clinton flog derweil in die texanische Grenzstadt El Paso. Auf ihre Niederlagen ging sie nicht ein. Stattdessen gab sie die Devise für den bevölkerungsreichen Bundesstaat aus, wo es bei der Vorwahl Anfang März um besonders viele Delegierte geht. "In drei Wochen werden wir durch Texas hindurchfegen", gab sie sich kämpferisch. Eine der wichtigsten Aufgaben der Senatorin aus New York wird es aber zunächst sein, rasch wieder für Ruhe in den eigenen Reihen zu sorgen: Am Dienstag warf ihr stellvertretender Wahlkampf-Chef Mike Henry das Handtuch, nachdem zwei Tage zuvor die Leiterin, Patti Solis Doyle, ihren Posten geräumt hatte.

Zudem dürfte Clinton die Auswertung der jüngsten Vorwahlen Kopfzerbrechen bereiten. Erste Nachwahlbefragungen ergaben, dass Obama bei Gruppen punkten konnte, bei denen die ehemalige First Lady bislang stets stark abschnitt. So hatte Obama in Virginia bei Frauen, Hispanics und Geringverdienern die Nase vorn. In Maryland überzeugte er mehr Senioren als Clinton.

McCain eröffnete indes bereits die eigentliche Schlacht um die Präsidentschaft. Zwar stehe noch nicht fest, wen die Demokraten ins Rennen um das Weiße Haus schicken würden, sagte er in Virginia. "Aber wir wissen, wohin ihre Kandidaten das Land führen werden, und das werden wir auf gar keinen Fall zulassen."

Seiner Nominierung kann er sich so gut wie sicher sein. Nach Dienstag hat er vorläufigen Berechnungen zufolge mehr als drei Mal so viele Delegierte wie Huckabee. Der Baptistenprediger lehnte es dennoch ab aufzugeben. Er werde weiter um die Nominierung kämpfen, sagte er in einem Fernseh-Interview.