Barack Obama holte sich am Dienstag den Sieg in 13 Bundesstaaten, Hillary Clinton lag in 8 Staaten voran, darunter allerdings in den Schlüsselstaaten New York und Kalifornien, wo die meisten Delegiertenstimmen zu vergeben waren. In Kalifornien kam Clinton auf 52 Prozent und Obama auf 42, obwohl jüngste Umfragen sogar eine Führung des Senators aus Illinois gesehen hatten. In ihrem Heimatstaat New York behauptete sich die Ex-First-Lady gegenüber ihrem innerparteilichen Herausforderer mit 57 zu 40 Prozent.

Clinton setzte sich an dem auch metereologisch stürmischen Wahltag - eine unerwartet heftige Sturmfront forderte in den Südstaaten Tennessee, Arkansas und Mississippi 47 Todesopfer - noch in den Bundesstaaten Arizona, Arkansas, Massachusetts, New Jersey, Oklahoma und Tennessee durch. Sie hält inzwischen bei 825 Delegierten. Für die Nominierung braucht sie aber mindestens 2025.

Obama siegte in Alabama, Alaska, Colorado, Connecticut, Delaware, Georgia, Idaho, seinem Heimatstaat Illinois (mit 64 zu 33 Prozent), Kansas, Minnesota, Missouri, North Dakota und Utah. Damit hat er derzeit 732 Delegierte hinter sich.

Der Wahlmarathon der Demokraten könnte sich damit bis zum Parteitag in Denver Ende August hinziehen, doch fällt die Entscheidung vermutlich in einem Monat bei den Vorwahlen in Texas und Ohio, wenn nahezu 400 Delegierte zur Disposition stehen.

Super-Delegierte als Zünglein an der Waage

Fallen auch die kommenden Vorwahlen so knapp aus wie die bisherigen, könnten die sogenannten Super-Delegierten, hohe Parteifunktionäre und Mandatsträger, das Zünglein an der Waage sein. 796 der insgesamt 4049 demokratischen Parteitagsdelegierten fallen in diese Kategorie. Mehr als 500 von Ihnen haben sich bisher weder für Clinton noch für Obama entschieden.

Eine Kampfabstimmung am Parteitag gilt aber eher als unwahrscheinlich. Zuletzt gab es eine solche bei den Demokraten im Jahr 1952. Damals setzte sich Adlai Stevenson, der Gouverneur von Obamas Heimatstaat Illinois, erst im dritten Wahlgang durch - und verlor dann bei den Präsidentenwahlen gegen den Republikaner Dwight D. Eisenhower.

Nachwahlbefragungen haben gezeigt, dass Obama neben den Schwarzen besonders bei jungen weißen und einkommensstarken Wählern punkten konnte. Clinton hingegen lag bei Frauen und Latinos deutlich voran.

Bei Republikanern ist die Lage eindeutiger