Während Obamas Sieg in Louisiana wegen des hohen Anteils der schwarzen Bevölkerung in dem Südstaat erwartet worden war, sind die Niederlagen Clintons in den mehrheitlich weißen Staaten Washington und Nebraska besonders schmerzlich. Obama setzte sich bei den dortigen Wählerversammlungen deutlich mit jeweils 68 Prozent gegen Clinton durch.

"Die Menschen wollen eine neue Seite in der amerikanischen Geschichte aufschlagen", wertete Obama seinen Sieg als Votum für Veränderungen in den Vereinigten Staaten. "Wir haben in Louisiana, in Nebraska und im Staat Washington gewonnen. Wir haben im Norden, im Süden und in den Plains (die dünn besiedelten Großen Ebenen im Mittleren Westen der USA, Anm.) gewonnen", sagte der Senator bei einer Wahlkampfveranstaltung in Virginia unter dem Jubel seiner Anhänger. Tatsächlich haben die drei Staaten eine äußerst unterschiedliche Bevölkerungsstruktur. Durch Siege in allen drei Staaten habe Obama gezeigt, dass er bei den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen ankomme und mehrheitsfähiger sei als Clinton, betonten von CNN befragte Politikexperten.

Bei den drei Entscheidungen der US-Demokraten ging es um 197 Stimmen für den Nominierungsparteitag im Sommer. Trotz der drei klaren Niederlagen konnte Clinton ihren Vorsprung auf Obama zunächst halten. Die Ex-First-Lady hielt nach einer CNN-Zählung bei 1100 Stimmen, während Obama 1039 hatte. Für die Präsidentschaftskandidatur sind beim Parteitag der Demokraten Ende August mindestens 2025 Stimmen nötig.

Auch bei den Republikanern gab es einen klaren Sieger. Der Baptistenprediger Mike Huckabee versetzte dem landesweiten Favoriten John McCain in Kansas und Louisiana zwei schmerzliche Niederlagen. Bei der Wählerversammlung in Kansas gewann der frühere Gouverneur von Arkansas mit 60 zu 24 Prozent gegen McCain, während er die Vorwahl in Louisiana mit 47 zu 39 Prozent für sich entschied. In Washington lieferten sich Huckabee und McCain ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Sieg, das letztendlich McCain knapp gewann.

Huckabees Siege deuten darauf hin, dass sich der einflussreiche konservative Flügel der Republikaner nun hinter dem Baptistenprediger sammelt. Bisher war das rechte Lager der Republikaner zwischen Huckabee und Mitt Romney gespalten, der aber am Donnerstag das Handtuch geworfen hatte. McCain hat bereits 714 Delegiertenstimmen sicher, womit ihm die Nominierung kaum mehr zu nehmen ist. Huckabee, der bei 217 Stimmen hält, sieht seine Siegeschancen jedoch weiterhin intakt.