Barack Obama liegt nach den neuesten Umfragen in Kalifornien mit 46 Prozent vor Hillary Clinton, die es in den Umfragen auf 40 Prozent bringt. Zuletzt haben sich die Witwe des ermordeten Ex-Justizministers Robert F. Kennedy, Ethel, und die ebenfalls aus dem Kennedy-Clan stammende Frau des kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger, Maria Shriver, für den Senator aus Illinois ausgesprochen. Schwarzeneggers eigene Wahlkampfhilfe für den republikanischen Bewerber John McCain hingegen dürfte sich in den Umfragen nicht niedergeschlagen haben. Bei den republikanischen Bewerbern liegt in Kalifornien Mitt Romney je nach Umfrage mit 40 zu 32, bzw. 37 zu 34 Prozent voran.

Vorwahlsieg für Mitt Romney in Maine

Romney, der am Wochenende die Vorwahlen in dem kleinen Nordostküstenstaat Maine gewonnen hatte, könnte mit seinem Sieg in Kalifornien den Schwung von McCain bremsen. Nach dem republikanischen Vorwahlrecht fallen ihm nämlich bei einem Sieg in Kalifornien alle Delegiertenstimmen zu. Bei den Demokraten hingegen werden die Delegiertenstimmen proportional aufgeteilt.

Insgesamt geht es bei den demokratischen Vorwahlen am Dienstag um 1681 Delegierte, bei den Republikanern um 1023. Dem republikanischen Kandidaten reichen 1023 Delegierte für einen Sieg am Nominierungsparteitag im September, für den demokratische Kandidaten liegt die Schwelle hingegen bei 2025 Delegierten.

McCain, der bei den bisherigen Vorwahlen bereits 95 Delegierte hinter sich scharen konnte, könnte es deshalb theoretisch schaffen, schon am Dienstag die notwendige Anzahl von Delegierten hinter sich zu vereinen. Bei den demokratischen Kandidaten Hillary Clinton und Barack Obama besteht diese Möglichkeit nicht einmal in der Theorie.

McCain liegt nach den Umfragen in den Bundesstaaten New York, New Jersey und Missouri mit zweistelligem Abstand vor seinem stärksten Herausforderer Romney. Dem dritten unter den republikanischen Kandidaten, dem Überraschungssieger von Iowa, Mike Huckabee, werden kaum noch Chancen eingeräumt.

Bei den Demokraten konnte Obama nach den jüngsten Umfragen seinen Rückstand gegenüber Clinton um acht Prozent verkürzen. Landesweit sprachen sich 41 Prozent für ihn aus und 48 Prozent für Clinton.

Hillary Clinton setzt auf ihre Erfahrung

Hillary Clinton wies in ihren letzten Wahlkampfauftritten darauf hin, dass Obama zu schwach für einen Kampf gegen die Republikaner sei. Er habe bei den Senatswahlen 2004 in Illinois gegen einen sehr schwachen Gegenkandidaten gewonnen, während sie selbst seit 16 Jahren in der Schusslinie der Republikaner stehe.

Experten tippen auf einen Sieg der ehemaligen First Lady am Super Tuesday. Dieser werde aber nicht deutlich genug sein, um das Rennen zwischen ihr und Obama zu einem Ende zu bringen. Obama wiederum könnte von einer Verlängerung des Zweikampfes über den 5. Februar hinaus profitieren. Nächster Stichtag ist dann der 4. März, wenn bei den Vorwahlen in Ohio und Texas fast 400 Delegiertenstimmen zu vergeben sind.

Mehrere Kandidaten haben bei den Vorwahlen am Super Tuesday ein Heimspiel zu führen. Hillary Clinton ist Senatorin von New York, Barack Obama von Illinois, John McCain von Arizona. Mitt Romney war früher Gouverneur in Massachusetts und Mike Huckabee in Arkansas.

Hollywood hofiert seine Wunschkandidaten

George Clooney, Halle Berry, Will Smith und Oprah Winfrey werden heute für Barack Obama stimmen. Hillary Clinton kann auf Barbra Streisand, Tom Hanks, Steven Spielberg und Calvin Klein bauen, John McCain auf Tom Selleck, Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger.

Wissen: Super Tuesday

Am heutigen Super Tuesday finden Vorwahlen in insgesamt 24 US-Bundesstaaten statt. Gewählt wird in Alabama, Alaska, Arizona, Arkansas, Kalifornien, Colorado, Connecticut, Delaware, Georgia, Idaho, Illinois, Kansas, Massachusetts, Minnesota, Missouri, Montana, New Jersey, New Mexico, New York, North Dakota, Oklahoma, Tennessee, Utah und West Virginia. Die Demokraten wählen in 22 Bundesstaaten und die Republikaner in 21. In Montana und West Virginia treten nur die Republikaner an, in Idaho, Kansas und New Mexico nur die Demokraten.

Besonders wichtig sind die Ergebnisse in den großen Staaten Kalifornien, New York, Illinois und Georgia.

Ursprünglich war erwartet worden, dass am Dienstag eine Vorentscheidung fällt. Die Duelle vor allem zwischen Clinton und Obama, aber auch Romney und McCain sind jedoch bisher so knapp, dass das nicht mehr sicher ist.