John McCain (hier zu sehen mit seiner Frau Cindy) siegt auch bei den US-Vorwahlen in Florida. - © Reuters
John McCain (hier zu sehen mit seiner Frau Cindy) siegt auch bei den US-Vorwahlen in Florida. - © Reuters

Bei den Demokraten war Hillary Clinton erfolgreich. Es war aber eher ein symbolischer Sieg, da in ihrer Partei in Florida keine Delegiertenstimmen für den Parteitag zur endgültigen Kür eines Kandidaten vergeben wurden.

McCain kam nach Auszählung aller Stimmbezirke auf 36 Prozent, Romney auf 31 Prozent. "Das zeigt eines. Ich bin ein konservativer Führer, der die Partei einen kann", sagte der 71-jährige McCain der Nachrichtenagentur AP. Abgeschlagen hinter McCain und Romney fanden sich Giuliani, der nur 15 Prozent erhielt, und der frühere Baptistenpfarrer Mike Huckabee, der auf 13 Prozent kam. Fünfter war der Abgeordnete Ron Paul mit drei Prozent.

Bei den am 5. Februar (Superdienstag) anstehenden Vorwahlen und Wählerversammlungen der Republikaner zugleich in 21 US-Bundesstaaten ist bereits eine Vorentscheidung möglich. Dort geht es um insgesamt 1.023 Delegiertenstimmen. Für einen Sieg auf dem Parteitag im Sommer sind 1.191 Delegiertenstimmen notwendig. In Florida ging es bei den Republikanern um 57 Delegiertenstimmen.

Gibt Giuliani auf?

Es wurde erwartet, dass Giuliani nach der Niederlage in Florida seine Bewerbung aufgeben würde. In einer Rede vor seinen Anhängern sprach er von seiner Kandidatur schon in der Vergangenheitsform. Aus Parteikreisen verlautete, der 63-Jährige werde noch am Mittwoch in Kalifornien seine Unterstützung für McCain bekunden. Giuliani lag im vergangenen Jahr in landesweiten Umfragen bei den Republikanern in Führung. Er hatte seinen Wahlkampf jedoch ganz auf Florida konzentriert. Romney, der schärfste Konkurrent McCains, und der in Florida viertplatzierte Huckabee kündigten an, im Rennen bleiben zu wollen.

Clinton vor Obama

Für Hillary Clinton hat der Sieg in Florida keine praktischen Auswirkungen auf ihre Präsidentschaftskandidatur. Sie kann sich aber in ihrem Wahlkampf bestärkt fühlen. Nach Auszählung fast aller Wahlbezirke kam sie auf 50 Prozent, ihr schärfster Konkurrent Barack Obama auf 33 und der frühere Senator von North Carolina, John Edwards, auf 14 Prozent. Wahlkampf hatte aber keiner der demokratischen Kandidaten in Florida geführt. Die Parteiführung strich Florida, wie zuvor schon Michigan, alle 185 Stimmen, weil sich die dortige Demokratische Partei über die Anordnung hinweggesetzt hatte, die Vorwahl frühestens am 5. Februar anzusetzen. Trotzdem waren aber viele Demokraten in die Wahllokale gekommen.

Clinton feierte den Sieg in Florida als Erfolg, den sie nach ihrer klaren Niederlage gegen Obama am Wochenende in South Carolina auch gut gebrauchen konnte. Obama hatte zu Beginn der Woche auch noch die Unterstützung des einflussreichen Senators Edward Kennedy erhalten. Sie sei überzeugt, dass dieses klare Ergebnis den Millionen Amerikanern, die am Super Tuesday abstimmten, zeige, "dass Amerika wieder da ist und dass wir unser Schicksal wieder selbst in Hand nehmen", erklärte Clinton vor jubelnden Anhängern. Bei der Siegesfeier in Davie bekräftigte sie die Absicht, für eine Anerkennung der Stimmen in Florida und Michigan, wo sie ebenfalls siegte, kämpfen zu wollen.

Obamas Sprecher Bill Burton sagte, nach ihrer schweren Niederlage in South Carolina versuche Clinton, einer Abstimmung Bedeutung beizumessen, wo keinerlei Wahlkampf stattgefunden habe und null Delegiertenstimmen vergeben würden. Am Superdienstag halten die Demokraten in 22 Bundesstaaten Vorwahlen und Parteiversammlungen zur Kür ihres Präsidentschaftskandidaten ab.