Obama und Clinton warben in den vergangenen Tagen in Nevada intensiv um die Stimmen der Wählerschaft, die hier durch starke gewerkschaftliche Bindungen und durch einen hohen Anteil von Einwanderern aus Lateinamerika geprägt ist. Beide Kandidaten betrieben spanischsprachige Fernsehwerbung und konzentrierten ihren Wahlkampf auf Arbeitnehmerthemen wie Steuererleichterungen, Krankenversicherung und Bildung. Clinton lag in Umfragen lange Zeit in Führung, zuletzt konnte Obama aber gleichziehen. Er wird von der einflussreichen Gastronomiegewerkschaft des Glücksspielstaats unterstützt.

Mit den Wahlversammlungen in Nevada betreten die Parteien Neuland. Bisher hatte der Staat in der Kandidatenauslese für die US-Präsidentschaft keine Rolle gespielt. Die Parteiführung zog den Wahltermin eigens vor, um den politischen Einfluss des Staates zu stärken und den Stimmen der Latinos mehr Gewicht zu geben. Im letzten Wahljahr 2004 hatten landesweit nur 9.000 Menschen an den Wahlversammlungen der Demokraten teilgenommen. Diesmal werden bis zu 100.000 Menschen erwartet.

Die Caucuses der Demokraten beginnen um 20.30 Uhr (MEZ). Auch die Republikaner in Nevada stimmen ab (18.00 Uhr MEZ). Außer dem Kandidaten Mitt Romney machte aber kein Kandidat hier Wahlkampf, deshalb wird dem Ergebnis in Nevada wenig Aussagekraft beigemessen.

Große Signalwirkung wird hingegen das Resultat der republikanischen Vorwahl in South Carolina haben. Senator McCain hofft nach New Hampshire auf einen zweiten Sieg. Umfragen sahen ihn zuletzt leicht vor dem früheren Baptisten-Prediger Mike Huckabee auf Platz eins. Auch Huckabee, der Sieger von Iowa, setzt in South Carolina auf Sieg. Er hofft vor allem auf die Stimmen der konservativ-christlichen Wähler, die in dem Bundesstaat reichlich vertreten sind. Dem Sieger der Vorwahl in Michigan vom Mittwoch, Romney, werden hier auch wegen seines mormonischen Glaubens wenig Chancen eingeräumt.

Die Wahllokale in South Carolina schließen um 01.00 Uhr (MEZ, Nacht zu Sonntag). Das Ergebnis der republikanischen Vorwahl in dem Staat gilt als verlässlicher Indikator für den Ausgang des Nominierungsprozesses: Seit 1980 wurde jeder in South Carolina siegreiche Republikaner schließlich zum Spitzenkandidaten für die Präsidentschaft gekürt. Die Demokraten stimmen in South Carolina eine Woche nach den Republikanern ab.