Huckabee und McCain hatten die beiden ersten Vorwahlen in Iowa beziehungsweise New Hampshire gewonnen. Der Multimillionär Romney landete jeweils auf dem zweiten Platz, weswegen er in seinem Heimatbundesstaat Michigan dringend einen Sieg brauchte, um im Wahlkampf nicht den Anschluss zu verlieren. Romneys Sieg fiel nun überraschend klar aus, hatten Meinungsforscher doch ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ihm und McCain vorhergesagt.

Für McCain bedeutet der zweite Platz in Michigan einen herben Rückschlag. Das Rennen um das republikanische Präsidentschaftsticket ist nun weiter offen, bisher ist im Wahlkampf der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani noch nicht in Erscheinung. Er konzentriert sich auf bevölkerungsreiche Staaten wie Florida oder New York. Weil er keinen Wahlkampf führte, kam Giuliani in Michigan nur auf drei Prozent der Stimmen.

"Diese Nacht ist der Beginn eines Comebacks, eines Comebacks für Amerika", rief Romney seinen jubelnden Anhängern in Southfield zu. Er sprach in seiner Siegesrede von einem "Sieg über den Pessimismus in Washington". "Ihr habt Amerika gesagt, was es hören muss", wiederholte Romney seine Forderungen nach Steuersenkungen und einem beherzteren Kampf gegen die illegale Einwanderung. Der in Michigan aufgewachsene Romney hatte im Wahlkampf einen Heimvorteil gehabt. Sein Vater war Gouverneur des Staates im Mittleren Westen der USA, der wegen des Niederganges seiner Industrie mit massiven wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat.

Clinton gewinnt bei Demokraten

Bei der Demokratischen Partei gewann Senatorin Hillary Clinton die von vornherein bedeutungslose Vorwahl in Michigan mit 58 Prozent der Stimmen. Die Partei hat diesem US-Staat die Delegiertenstimmen für den Wahlparteitag Ende August entzogen, weil er sich nicht an die Regeln für die Terminansetzung der Vorwahl gehalten hat. Alle führenden Kandidaten verzichteten daher auf jeden Wahlkampf in Michigan. Barack Obama und der in Umfragen an dritter Stelle platzierte John Edwards ließen sogar ihre Namen von den Stimmzetteln entfernen.

Als entscheidender Termin der Vorwahlen gilt der "Super Tuesday" am 5. Februar, wenn in 22 Bundesstaaten gewählt wird. Üblicherweise steht dann bereits fest, welchen Kandidaten Demokraten und Republikaner für die Präsidentschaftswahl auf den Schild heben. Experten schließen aber angesichts des offenen Rennens bei den Republikanern nicht aus, dass das derzeitige Patt auch vom "Super Tuesday" nicht aufgelöst werden kann und die Entscheidung über den Präsidentschaftskandidaten erst vom Nominierungsparteitag Anfang September getroffen wird.