Die Parole des "Wandels", für den Obama (hier mit Tochter Sasha) steht, kam in Iowa besonders gut an. Die Erfahrung von Hillary Clinton beeindruckte weniger. Foto: ap
Die Parole des "Wandels", für den Obama (hier mit Tochter Sasha) steht, kam in Iowa besonders gut an. Die Erfahrung von Hillary Clinton beeindruckte weniger. Foto: ap

Die größte Schlappe erlitt in Iowa die bisher favorisierte Hillary Clinton. Die Ehefrau des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und jetzige Senatorin von New York wurde von John Edwards knapp auf den dritten Platz verwiesen. Sie hat freilich keinen Grund zur Resignation: Die Umfragen sehen sie bisher in New Hampshire klar voran. "Ich mache dies seit 35 Jahren, das ist mein Lebenswerk", rief sie denn auch in der Wahlnacht kämpferisch. Zurückgezogen haben sich indes schon die zwei innerparteilichen Rivalen Chris Dodd und Joseph Biden. Der Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, der abgeschlagen Vierter geworden war, erklärte, er wolle erst einmal den "Kampf bis nach New Hampshire" weiterführen.

Erfolg bei der Jugend

Obama überzeugte laut Wahlforschern zufolge vor allem bei jungen Wählern, aber er schaffte es auch, mehr Frauen als Clinton von seiner Botschaft des Wandels zu überzeugen. Der farbige Politiker gewann zudem in einem Bundesstaat, in dem weniger als drei Prozent der Bevölkerung Schwarze sind.

Clinton versuchte sich und ihre Anhänger mit dem Argument zu trösten, dass die hohe Wahlbeteiligung darauf hindeute, dass auf jeden Fall ein Demokrat in das Weiße Haus einziehen werde. Tatsächlich lockten die Demokraten doppelt so viele Wähler zu den Abstimmungen wie die Republikaner.

Bei diesen fand der Ex-Baptisten-Prediger Mike Huckabee mehr Zuspruch als sein finanzstärkerer Konkurrent Mitt Romney, der als Mormone bei den evangelikalen Christen nicht punkten konnte. In New Hampshire wird dies anders laufen. Dort wird auch Rudy Giuliani besser abschneiden als in Iowa, das er im Wahlkampf links liegen gelassen hatte.

Der kleine Neuengland-Staat unterscheidet sich zudem im Vorwahlmodus: Dort werden wie in den meisten Staaten "primaries" durchgeführt - mit Stimmabgabe in Wahllokalen. In Iowa wurde hingegen in Versammlungen der Parteimitglieder abgestimmt ("caucus").