Iowa: Barack Obama gewinnt bei den Demokraten die ersten Vorwahlen um das Amt des US-Präsidenten. - © Czerwonka/epa/APA
Iowa: Barack Obama gewinnt bei den Demokraten die ersten Vorwahlen um das Amt des US-Präsidenten. - © Czerwonka/epa/APA

Dass die kommenden US-Wahlen im November offenbar von Vielen als Schicksalswahl angesehen werden, zeigte sich am Interesse der Parteianhänger an diesem Causcus: Die Fernsehsender CNN, Fox News und NBC berichteten übereinstimmend von einer deutlich höheren Beteiligung als vor vier Jahren.

Während bei den Demokraten Obama, Edwards und Clinton abräumten und anderen Kandidaten absolut keine Chance ließen, schlugen sich bei den Republikanern doch mehrere Kandidaten recht gut: Hinter Huckabee und Romney konnte sich Fred Thompson mit 13 Prozent gut behaupten, ebenso wie John McCain, dem ebenfalls 13 Prozent prognostiziert wurden.

"Unsere Zeit für einen Wechsel ist gekommen!", proklamierte Obama in einer ersten Rede nach dem Caucus. "Die Zeit ist gekommen für einen Präsidenten, der ehrlich ist. Ich werde der Präsident für Amerika sein", gab er sich siegesgewiss und forderte zum wiederholten Male einen US-Truppenauszug aus dem Irak. "Die Anschläge vom 11. September dürfen nicht dazu da sein, Angst zu schüren, sondern sollen als Herausforderung gesehen werden, unsere Nation wieder zu vereinen. Wir sind in der Tat die Vereinigten Staaten von Amerika!"

"Ein großer Tag für die Demokraten", sagte Hillary Clinton in einer kurzen Ansprache. Die hohe Beteiligung an den Parteiversammlungen belege die Mobilisierung der demokratischen Basis und den Wunsch nach einem Wechsel. Es gehe "nicht nur um die Wahl eines neuen Präsidenten, sondern einen Wandel im Land". Sie werde weiter um die Nominierung kämpfen, betonte die frühere First Lady, gratulierte aber gleichzeitig ihrem parteiinternen Mitbewerber Obama zum überraschend deutlichen Sieg.

Während der landesweit als nach wie vor stark eingeschätzte Republikaner Rudy Giuliani (4 Prozent) der Vorwahl in Iowa keine große Bedeutung zumaß und sagte, sich lieber auf die nächste Primary in New Hampshire zu konzentrieren, dankte Hobby-Musiker Huckabee in seiner Wahlkampfzentrale in Des Moines allen Wählern für ihr Vertrauen, "aber auch jenen, die mich nicht wählten, mir aber Respekt entgegenbrachten. Wir dürfen nicht jene hassen, denen wir gegenüberstehen, sondern müssen jene lieben, die hinter uns stehen."

An insgesamt 1.784 Orten in Iowa wurde eine Wählerversammlung abgehalten. In einem Caucus - im Gegensatz zu den offenen Primaries - bestimmen die Anhänger beider Parteien ihre Präferenzen für die Präsidentschaftskandidatur. Bei den Demokraten stimmten 130.000, bei den Republikanern 80.000 Teilnehmer ab. Damit begann der offizielle Vorlauf zur Neuwahl des US-Präsidenten am 4. November, bei der der amtierende US-Präsident George W. Bush nicht mehr kandidieren kann.

Der Vorwahlmarathon geht nun in New Hampshire weiter und zieht sich bis Anfang Juni mit den letzten Abstimmungen in den Staaten New Mexiko und South Dakota hin. Eine Vorentscheidung über die Präsidentschaftskandidaten könnte aber schon am 5. Februar fallen. An jenem "Super Tuesday" (Superdienstag) entscheiden die Wähler in rund der Hälfte der 50 US-Staaten über ihren Favoriten für die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei. Dazu zählen auch New York und Kalifornien. Die endgültige Entscheidung fällt dann auf Nominierungsparteitagen, deren Delegierte in den Vorwahlen bestimmt werden: Vom 25. bis 28. August kommen die Demokraten in Denver zusammen, die Republikaner folgen vom 1. bis 4. September in Minneapolis. Doch nicht nur die Kandidaten der beiden großen Parteien bewerben sich ums Präsidentenamt, sondern auch Vertreter kleinerer Gruppierungen, die aber traditionell für den Wahlausgang kaum Bedeutung haben.

Hillary Clinton stolpert auf dem Weg ins Weiße Haus

+++ Internationale Pressestimmen