Der Nutzungsdruck steigt auch in Österreich: Nur noch drei Prozent sind ökologisch intakt (hier im Bild ein Blick auf das   Wildnisgebiet Dürrenstein im Mostviertel.  - © Foto: J.Kerviel
Der Nutzungsdruck steigt auch in Österreich: Nur noch drei Prozent sind ökologisch intakt (hier im Bild ein Blick auf das   Wildnisgebiet Dürrenstein im Mostviertel.  - © Foto: J.Kerviel

Wien. Laut dem aktuellen Waldbericht des WWF sind seit 1990 fast 2,4 Millionen Quadratkilometer Naturwald verschwunden. Bis 2030 könnte Wald im Ausmaß der 20-fachen Fläche Österreichs verloren gehen, wenn die dramatischen Entwicklungen nicht gestoppt werden, hieß es in einer Aussendung.

Für 80 Prozent des Waldverlusts ist laut dem WWF die Ausweitung der industriellen Landwirtschaft verantwortlich, gefolgt von der nicht-nachhaltigen Abholzung für die Holz- und Papierproduktion. Hauptbetroffen sind die Tropenwälder Südamerikas, Afrikas und Südostasiens mit ihrer enorm wichtigen Funktion für das Weltklima.

Situation "besorgniserregend"

Auch im Alpenland Österreich mit seinen vielen Bergwäldern ist die Situation laut WWF besorgniserregend. "Beinahe jeder Quadratmeter Wald wird in irgendeiner Art genutzt – nur noch drei Prozent der Österreichischen Wälder sind natürlich, also ökologisch intakt und unzerschnitten", erklärt Karin Enzenhofer vom WWF Österreich.

In Österreich sei zwar nicht eine Abnahme der Waldfläche problematisch, dafür aber die intensive Nutzung. Lebendige, naturnahe Wälder, die rund 25 Prozent der heimischen Waldfläche ausmachen, würden durch alte Bäume und viel Totholz Spechten, Käfern und Pilzen noch eine Heimat bieten. "Deshalb müssen wir die wenigen Reste unserer Naturwälder konsequent schützen und für mehr naturnahe Wälder in Österreich sorgen", fordert Enzenhofer.