Nistor Talpes aus dem kleinen Dörflein Prisacina im Nationalpark.
Nistor Talpes aus dem kleinen Dörflein Prisacina im Nationalpark.

Nistor Talpes hat von der Weltnaturschutzunion IUCN noch nicht viel gehört und ist kein smarter NGO-Vertreter, sondern ein einfacher Bewohner des Dörfleins Prisacina im Domogled-Nationalpark, wo er jahrzehntelang auch Förster war. Heute ist Talpes Pensionist und lebt mit seiner Familie in Prisacina so, wie Menschen seit Generationen dort gelebt haben: Er bewirtschaftet ein kleines Feld, auf der Weide steht ein Pferd, sein Hund folgt ihm auf Schritt und Tritt.

Talpes schätzt die Ruhe und Abgeschiedenheit an Prisacina. Immerhin gibt es seit dem Jahr 1990 ein wenig Strom aus einem Kleinwasserkraftwerk. Zum Betrieb eines Kühlschranks oder einer Waschmaschine reicht die angelieferte Strommenge zwar nicht aus, aber immerhin. Und seit kurzem gibt es sogar ein Mobilfunksignal. Doch das Leben ist hart im Dorf. Die Straße ist nur mit einem guten Allradfahrzeug mit hohem Radstand befahrbar. Und Talpes Haus ist in keinem guten baulichen Zustand. Der Besitzer mein dazu lapidar: "Wir sind ans harte Leben gewöhnt."

In seinem Tal habe es nie Holzfäller gegeben - und das solle auch so bleiben, sagt er mit einem warmen Timbre in der Stimme. "Wenn die hier mit dem Fällen von Bäumen beginnen, dann bekommen wir stärkeren Wind im Tal. Außerdem haben wir Bodenerosion und Überschwemmungen zu befürchten, wenn die Bäume weg sind." Von Baumschlägerungen rund um Prisacina will Talpes deshalb nichts hören.


Compliance-Hinweis: Einen Teil der Reisekosten für diese Reportage übernahm die Stiftung Euronatur.