Ja, es gibt einige wunderbare Orte. Die Stadt Wien überlässt zehn Prozent der Wälder einer freien Entwicklung. Im Nationalpark Donauauen, in der Lobau, finden sich ein paar wilde Zonen. Und auch im Wienerwald hat die Stadt etliche Reservate eingerichtet. Wenn man die Stadtwanderwege begeht, kommt man manchmal an etwas ungeordneteren Wäldern vorbei. Diese Naturwälder sind fast alle im Biosphärenpark Wienerwald als Kernzone streng geschützt und beschildert. Im Waldbachgraben zwischen Kahlenberg und Leopoldsberg etwa sieht man sehr große Buchen und viel Totholz. Wenn man mit offenen Augen durch den Wald geht, sieht man die alten Bestände eh. In das Naturwaldreservat am Johannser Kogel im Lainzer Tiergarten gibt es Führungen durch die Stadt Wien. Ein Besuch ist sehr eindrucksvoll.

Welche Bäume würden Sie in einem Garten in Wien pflanzen?

Ich würde Obstbäume pflanzen, alte Sorten. Das ist eine interessante Kulturleistung, die verschwindet. Ich würde zur "Arche Noah" in Schiltern fahren und mir dort interessante Apfel- und Birnbäume suchen. Ich bin im Waldviertel aufgewachsen und habe dort als Kind Obstbaum-Alleen entlang der Feldwege mit fantastischen Apfelsorten erlebt, die ich nachher nie wieder gefunden habe. Die Alleen sind inzwischen längst verschwunden - und damit auch ein Teil meiner Kindheit.