Vatikanstadt. Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft am Christtag die Bedeutung der Solidarität hervorgehoben. "Ohne Brüderlichkeit drohen selbst die besten Vorhaben seelenlose Strukturen zu werden", sagte der Papst von der Loggia des Petersdoms. Daher sei Solidarität zwischen Menschen jeder Nation und Kultur so wichtig, so der Heilige Vater.

Verschiedenheit von Ethnien, Sprachen und Kulturen bedeute keine Gefahr, sondern sei ein Reichtum. "Es ist wie bei einem Künstler, der ein Mosaik gestalten will: Es ist besser, Steine mit vielen Farben zur Verfügung zu haben, als nur mit wenigen Farben zu arbeiten", so der Papst. Eindringlich drängte er auf Frieden im Nahen Osten.

Dialog

Der Mensch sei gierig und fresssüchtig geworden, kritisiert der Papst am 24. Dezember. Für viele sei "das Anhäufen von Dingen" zum Lebensinhalt geworden. - © APAweb/ REUTERS, Rossi
Der Mensch sei gierig und fresssüchtig geworden, kritisiert der Papst am 24. Dezember. Für viele sei "das Anhäufen von Dingen" zum Lebensinhalt geworden. - © APAweb/ REUTERS, Rossi

"Es liegt an Israelis und Palästinensern, den Dialog wieder aufzunehmen und einen Weg des Friedens zu beschreiten. Damit möge ein mehr als siebzig Jahre währender Konflikt beendet werden, der das Land zerreißt", sagte der Papst. Er forderte weiters politische Lösungen, damit das syrische Volk wieder in Frieden in der eigenen Heimat leben könne. Für den Jemen hege er die Hoffnung, dass die von der internationalen Gemeinschaft vermittelte Waffenruhe den vielen Kindern und der von Krieg und Hunger erschöpften Bevölkerung Erleichterung bringe.

Humanitäre Hilfe 

Der Papst erklärte, er bete für Afrika, wo Millionen von Menschen Flucht und Vertreibung erleiden und humanitäre Hilfe benötigen. Der Heilige Vater äußerte die Hoffnung, dass sich die "brüderliche Bande", die die koreanische Halbinsel verbinden, stärkten. Er bete auch für die Wiederlangung der Einigkeit Venezuelas.

Der Papst äußerte den Wunsch, dass die Ukraine zu einem dauerhaften Frieden zurückkehren könne. "Nur mit dem Frieden, der die Rechte jeder Nation achtet, kann sich das Land von den erfahrenen Leiden erholen und würdige Lebensbedingungen für die eigenen Bürger wiederherstellen", sagte der Pontifex. Er sei den christlichen Gemeinschaften in der Ukraine nahe und bete darum, dass sie "brüderliche und freundschaftliche Beziehungen" knüpfen können.

"Ideologische, kulturelle und wirtschaftliche Kolonisierung"

Der Papst rief zu Gebeten für jene Völker auf, die "ideologische, kulturelle und wirtschaftliche Kolonisierung erleiden und ihre Freiheit und ihre Identität gefährdet sehen". Ebenso denke er an die Völker, die an Hunger und an fehlenden Möglichkeiten im Bildungs-und Gesundheitswesen leiden. Der Papst drückte der Gemeinschaft der verfolgten Christen seine Nähe aus. "Der Herr gewähre ihnen und allen Minderheiten, dass sie in Frieden leben können und dass ihre Rechte, vor allem die Religionsfreiheit, anerkannt werden", so der Papst.