Alle Jahre wieder . . .

. . . setzen sich Autoren hin und schreiben Geschichten für das bevorstehende Weihnachtsfest, die dann in saisonalen Kompendien verlegt werden. So auch Karl Frings, der seine Weihnachtskurzgeschichtensammlung mit einer Antiweihnachtserzählung beginnt: Da zieht ein grantiger Pensionist durchs Marchfeld und killt Plastikweihnachtsmänner und ähnlichen Unschmuck in den Vorgärten. Ein angenehm negatives Statement gegen die Verkitschung dieses hohen christlichen Festes.

Frings kann aber auch anders. So erfindet er in einer anderen Geschichte flugs einen Apostel namens Silurus (ja, wie der Wels) als fiktiven Zeitgenossen des Simon Petrus, den er von dessen Berufungserlebnis in einem apokryphen Evangelium schildern lässt. Schamlos wird da bestehendes Bibelwissen mit frecher Fantasie vermanscht. An anderer Stelle erzählt er von einer Xmas-Party, die gründlich in die Hose geht. Und so geht es locker dahin in insgesamt sieben "Geschichten über die unruhigste Zeit des Jahres", wie es im Untertitel heißt.

Wer also genug hat von Heile-Welt-Getue und Familienfest-Geschwafel, wird von Frings mit zynischer Satire bestens bedient.