Weihnachten ist das Fest der Familie. Doch was ist angesichts von Omikron und Co. überhaupt noch möglich? Welche Besuche werden über die Feiertage erlaubt sein?

Über die Weihnachtsfeiertage und zu Silvester fällt der Lockdown auch für Ungeimpfte. Erlaubt sind Treffen bis maximal zehn Personen ohne 2G-Nachweis. Darüber bis zu einem Maximum von 25 Personen gilt dann wieder 2G, wie Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag erklärten. Zu Silvester wird zudem die Covid-Sperrstunde in der Gastronomie aufgehoben.


Links

Zum Holiday-Ninja-Pass

wienerzeitung.at ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Man habe sich mit dem allgemeinen Lockdown einen gewissen Spielraum erarbeitet, so Mückstein. Daher könne es über die Feiertage gewisse Lockerungen geben. Dennoch müsse man insbesondere wegen der im Vormarsch befindlichen Omikron-Variante "weiter Vorsicht walten lassen".


Derzeit dürfen ja bloß Geimpfte und Genesene am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, also im nicht lebensnotwendigen Handel einkaufen, ins Gasthaus oder ins Hotel. Für Ungeimpfte ist bis 21. Dezember ein Lockdown inklusive Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Dieser soll auch im Hauptausschuss um weitere zehn Tage verlängert werden, kündigte Mückstein  an. Für die Weihnachtsfeiertage und Silvester ist aber eine Ausnahmeregelung geplant: Es wird ein weiterer Ausnahmegrund definiert, um das Haus verlassen zu dürfen, und zwar für Zusammenkünfte im Kreis von maximal zehn Personen.

Damit sind Weihnachts- und Silvesterfeiern mit maximal zehn Personen im Privatbereich für alle möglich. Will man mit mehr Familienmitgliedern oder Freunden feiern, muss man geimpft oder genesen sein - für alle Zusammenkünfte bis 25 Personen gilt die 2-G-Regel.

2-G-Regel in Gastro, Hotels und Handel bleibt

Die 2-G-Regel für die Gastronomie, Hotellerie und den Handel bleibt aufrecht. Das heißt, Ungeimpfte dürfen im Gegensatz zu Geimpften und Genesenen Silvester nicht in einem Lokal feiern. Für den Jahreswechsel wird die Corona-bedingte Sperrstunde von 23 Uhr aufgehoben, es gelten die jeweils üblichen Sperrstunden der Bundesländer - damit kann also auch auswärts zu Mitternacht angestoßen werden. Allerdings: An der Bar oder auf der Tanzfläche feiern spielt es weiter nicht, Steh- und Nachtgastronomie sind weiterhin nicht möglich.

Mückstein appellierte auch an alle, sich vor Feiern unbedingt testen zu lassen und die Zeit vor Weihnachten zu nutzen, um sich die (Booster-)Impfung zu holen.

Mit Blick auf die neue Omikron-Variante, die im Vormarsch sei, müsse man Vorsicht walten lassen, meinte Mückstein. Den durch den Lockdown erarbeiteten Vorteil wolle man auch nutzen, "um gerade zu Weihnachten einen Moment innezuhalten", betonte der Gesundheitsminister. "Weihnachten sollte ein Fest der Nächstenliebe sein, der Rücksicht aufeinander". Es gehe darum, wie wichtig es sei, seine Mitmenschen zu schützen. Er erinnerte auch an Maßnahmen wie Maske tragen, Hände waschen und Kontaktreduktion.

Beratung über verschärfte Einreiseregeln aus Großbritannien

Omikron sei "tatsächlich besorgniserregend", räumte Mückstein mit Blick auf die leichtere Übertragbarkeit ein. Man beobachte die Situation sehr genau. Derzeit gibt es in Österreich 75 Omikron-Fälle und zwei Schulen, an denen es Verdachtsmomente gebe. Im europäischen Vergleich stehe Österreich noch gut da, aber man müsse vorsichtig sein. In diesen Stunden wird im Gesundheitsministerium auch über verschärfte Einreiseregeln für Ankommende aus Großbritannien beraten, die Ergebnisse sollen noch am Freitag vorliegen.

Es sei trotz allem wichtig, das Weihnachtsfest im Familienkreis zu ermöglichen, findet er. Gefragt, ob man dann im Jänner gleich wieder das Land zusperren müsse, meinte Mückstein: "Ich kann und werde für Jänner gar nichts ausschließen, aber ich kann versichern, dass wir die Lage sehr genau beobachten werden."

"Holiday-Ninja-Pass" für in- und ausländische Kinder

Der "Ninja-Pass", mit dem Schülerinnen und Schüler jede Woche ihre drei Corona-Tests dokumentieren, gilt auch in den Weihnachtsferien. Damit sollen 12- bis 15-Jährige, die nicht (vollständig) geimpft sind, Zugang zu Bereichen bekommen, in denen die 2G-Regel (geimpft, genesen) gilt. Das sei eine wichtige Erleichterung für den Wintertourismus, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger bei einer Pressekonferenz mit Bildungsminister Martin Polaschek (beide ÖVP) am Freitag.


In der schulfreien Zeit übernimmt laut Köstinger das Tourismus-Ministerium den "Ninja-Pass" und schaffe damit eine "praxistaugliche Lösung" für Touristen, die mit ihren 12- bis 15-jährigen Kindern ihren Urlaub in Österreich verbringen. Für jugendliche Urlauber aus dem Ausland seien die österreichischen 2G-Regeln nämlich nicht leicht erfüllbar. So seien etwa die Regeln, ab wann jemand als vollständig geimpft gilt, nicht überall gleich, so Köstinger.

Zwei PCR-Tests und zwei Bonus-Tage

Der "Holiday-Ninja-Pass" soll dabei aber nur als Dokumentationsübersicht dienen, die Jugendlichen müssen den offiziellen Testnachweis und einen Lichtbildausweis dabei haben. Schließlich gibt es ja nicht wie an den Schulen eine eigene Testinfrastruktur. Notwendig sind zwei PCR-Tests, wobei einer ohnehin schon für die Einreise benötigt wird, und ein Antigentest. In Bundesländern, wo PCR-Tests nicht breit verfügbar sind, reicht ein PCR-Test, dafür braucht es zwei Antigentests. Mit dem Pass sind fünf Tage mit Tests abgedeckt, dazu kommen - wie beim normalen Schul-"Ninja-Pass", der auch am Wochenende gilt - noch zwei Bonus-Tage.

An den Schulen finden seit diesem Schuljahr jede Woche drei Corona-Tests statt, mindestens einer davon muss ein PCR-Test sein. In Wien, Niederösterreich und Oberösterreich stehen schon jetzt zwei der sichereren PCR-Tests am Programm. Mit 17. Jänner sollen nun alle anderen Bundesländer nachziehen, kündigte Polaschek bei dem Termin an. "Das ist ein Kraftakt", so der Minister mit Verweis auf begrenzte Tests und Laborkapazitäten. Mit dieser Maßnahme wolle man den Schulbetrieb noch sicherer machen. Beim Testanbieter findet dabei nach einer Neuausschreibung ein Wechsel statt.

Antigentest für Ferienende aufheben

Um den Schülern und ihren Familien möglichst sichere Weihnachtsferien zu ermöglichen, bekommt außerdem jedes Kind drei Antigentests mit nach Hause. Zwei davon sind frei einsetzbar, um sich etwa vor Treffen mit Verwandten und Freunden testen zu können. Einer soll am 9. Jänner und damit am Tag vor dem Wiederbeginn der Schule im kommenden Jahr verwendet werden. Polaschek betonte erneut, dass es sein Ziel sei, die Schulen auch trotz der ansteckenderen Omikron-Variante offen zu lassen. Derzeit sei die Zahl positiver PCR-Test an den Schulen gering. Sollte das Infektionsgeschehen an den Schulen zunehmen, werde man darauf reagieren. Dasselbe gelte auch für den Fall, dass es aufgrund der strengeren Quarantäneregeln bei Omikron (14 Tage Absonderung ohne Möglichkeit eines früheren Freitestens für Infizierte bzw. enge Kontaktpersonen) geben sollte.

Weitere Öffnungsschritte

Die Öffnung der Wirtschaft für Geimpfte und Genesene nach dem vierten Lockdown geht am Freitag in die nächste Runde. Oberösterreich sperrt auf einen Schlag alles auf. In Niederösterreich, Kärnten, der Steiermark und Salzburg gehen die Türen von Gastronomie und Hotellerie auf. Nur in Wien bleiben Hotels und Lokale bis zum Montag (20. Dezember) zu. Vorarlberg, Tirol und Burgenland hatten schon am Montag, den 12. Dezember, die ganze Wirtschaft außer der Nachtgastronomie geöffnet. (apa, red)