Wien. Die einen behängen ihn mit Unmengen an Schokoschirmchen, Geleeringen und Windbäckerei, für die anderen ist alles Süße auf dem Weihnachtsbaum tabu. Manche behelfen sich bei der Illumination mit Lichterketten, andere schwören auf Wachskerzen und Sternspritzer. Traditionen und Bräuche rund um die Behübschung des Weihnachtsbaumes gibt es viele -fast immer gehören Christbaumkugeln dazu.

In den österreichischen Wohnzimmern dominiert in diesem Bereich allerdings bereits chinesische Billigware. China ist der weltgrößte Christbaumkugel-Produzent. Und das, obwohl China kein christliches Land und Weihnachten gar kein offizieller Feiertag ist.

Asien beherrscht den Markt


Wie auch immer. In Österreich hat der letzte größere Christbaumkugel-Hersteller schon vor Jahren zugesperrt. Im Jahr 2010 schloss das Tiroler Traditionsunternehmen Krebs & Söhne seinen Standort Kufstein. Nach dem Aufkauf durch Brauns-Heidmann wurde das Werk ins deutsche Warburg verlegt, der Löwenanteil der Produktion wanderte nach China. Nun gibt es nur noch kleinere Glasmanufakturen in Österreich oder Kunsthandwerkbetriebe, die zum Beispiel Glaskugeln bemalen.

"Mit den Christbaumkugeln ist es wie mit dem Spielzeug", heißt es auf Nachfrage der "Wiener Zeitung" von der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Asien beherrsche den Markt. Wurden 2004 laut Statistik Austria noch Weihnachtsartikel aus Glas um 523.498 Euro nach Österreich importiert, so waren es im Vorjahr bereits 3,4 Millionen Euro. Die Importsumme bei Weihnachtsartikeln aus anderen Stoffen stieg von rund sieben Millionen Euro im Jahr 2004 auf zehn Millionen Euro 2014 an. Nur in der hochpreisigeren Kategorie spiele noch immer die Region von Mittel-Deutschland bis in die Ex-DDR hinein eine Rolle, heißt es aus der WKO. Der traditionelle Gablonzer Christbaumschmuck wird in Tschechien hergestellt, obwohl der Firmensitz in Enns in Österreich ist.

In Supermärkten, Möbelhäusern und Drogerien stapeln sich währenddessen "30er- und 40er-Stück-Gebinde von Weihnachtskugeln", sagt Maria Smodics-Neumann, Obfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKO. "Mit einem Gebinde ist gleich ein ganzer Baum geschmückt." Einige Familien schwörten zwar noch immer auf die Weitergabe ihres Weihnachtsschmuckes über Generationen hinweg, andere aber überträfen einander damit, jedes Jahr mit einem neu gestalteten "Themenbaum" zu brillieren.