- © Quadratmeter OEG, Dietmar Hollenstein
© Quadratmeter OEG, Dietmar Hollenstein

Wien. Während die christlichen Weihnachten immer am 24. Dezember gefeiert werden, richtet sich Chanukka, das jüdische Lichterfest, nach dem jüdischen Kalender, der sich an den Mondphasen orientiert. So fallen die jüdischen Feste nach dem in weiten Teilen der Welt gebräuchlichen gregorianischen Kalender jedes Jahr etwas anders. Heuer beginnt das achttägige Chanukka jedoch am 24. Dezember: während Juden an diesem Abend die erste Kerze zünden, lassen Christen ihre Weihnachtsbäume glitzern und funkeln.

Etwa fünf Mal in einem Jahrhundert fallen die beiden Feste so eng zusammen. In der Dorotheergasse, wo auch das Jüdische Museum Wien beheimatet ist, ließen sich die Geschäftsleute und Unternehmer heuer in Kooperation mit dem Museum daher etwas Besonderes einfallen: Vor kurzem wurde hier die erste Wiener Weihnukka-Beleuchtung in Betrieb genommen - und Marika Lichter sang sowohl Weihnachtslieder als auch hebräische bzw. jiddische Weisen.

Feste haben nicht viel gemein


Weihnukka: Chanukka und Weihnachten also als gemeinsames Fest? Nicht wirklich. "Das Einzige, was die beiden gemeinsam haben, ist, dass es Lichter gibt", sagt Willi Weisz, Vizepräsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Während Weihnachten als Feier der Geburt von Jesus einen zentralen Platz im christlichen Jahreskreislauf einnimmt, ordnet Weisz Chanukka als nationalreligiöses Fest ein.

"Man hat sich der Besatzungsmacht entledigt und den Tempel wieder eingeweiht." Daran erinnern sich Juden weltweit, wenn sie acht Tage lang die Kerzen des Chanukka-Leuchters anzünden - erst eine, dann zwei, dann drei, bis alle acht brennen, oder eigentlich alle neun: Denn die mittlere, die etwas höher als die anderen steht, sie ist der Schamasch, die Dienerkerze, mit der man die anderen zündet. Acht Tage dauerten die Wiedereinweihungsfeierlichkeiten des Tempels. Acht Tage soll zudem der Überlieferung nach ein Kännchen Öl ausgereicht haben, um die Menora, den siebenarmigen Leuchter, am Brennen zu halten, so lange, bis neues Öl produziert werden konnte. Das Wunder von Chanukka also.

Die Weihnukka-Beleuchtung in der Dorotheergasse nimmt dieses Motiv auf: Die reguläre Straßenbeleuchtung fungiert als Schammes, links und rechts davon reihen sich nun jeweils vier kerzenförmige Lichtgebilde. Danielle Spera, die Direktorin des Jüdischen Museums Wien, freut sich über die Eingliederung der Dorotheergasse in die winterliche Lichterlandschaft der Wiener City - die Weihnukka-Beleuchtung soll es nun jedes Jahr geben, kündigt sie gegenüber der "Wiener Zeitung" an.