Wien. An diesem Sonntag wird die erste Kerze am Adventkranz entzündet. Für die katholische Kirche beginnt mit diesem ersten Adventsonntag nicht nur ein neues Kirchenjahr, sondern auch der Weihnachtsfestkreis, der sich bis zum Sonntag nach der Epiphanie (Dreikönigsfest) im Gedenken an die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer erstreckt.

Die Adventzeit ist im christlichen Verständnis die Vorbereitung auf Weihnachten. Das Wort leitet sich aus dem Lateinischen "adventus" ab und bedeutet "Ankunft". Man verbindet damit die Erinnerung an das Kommen Jesu in der Geburt von Betlehem und das Erwarten seiner Wiederkunft. Die Adventzeit ist seit dem 5. Jahrhundert bekannt. Ihre Länge hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt. Zu Beginn wurde in Jerusalem nur ein Adventsonntag gefeiert. Papst Gregor der Große hat schließlich im 7. Jahrhundert die Zahl auf vier festgelegt.

Vom 11. Jahrhundert an gewann die Adventliturgie auch außerhalb Roms an Bedeutung. Die sich über vier Sonntage erstreckende Vorweihnachtszeit wurde 1570 durch Pius V. allgemein verbindlich und hat auch heute noch Gültigkeit. Einzige Ausnahme ist die Erzdiözese Mailand, in der sechs Adventsonntage gefeiert werden.

Fester Mittelpunkt im Brauchtum ist der Adventkranz, der in der Regel aus Reisig gebunden wird und mit vier Kerzen verziert wird. Jeden Sonntag wird eine davon entzündet. Der Adventkranz ist ein Brauch, der auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückgeht. Auf das deutsche Sprachgebiet hat er sich erst im 20. Jahrhundert von Norddeutschland aus verbreitet. Die vier Kerzen sind ein Hinweis auf das Licht, das zu Weihnachten durch die Geburt Jesu der Welt geschenkt wird.

Die Kreisform des Adventkranzes kann als Symbol des Erdkreises, der Ewigkeit und als Symbol Gottes verstanden werden. Die Segnung der Adventkränze findet am Samstag bei der Vorabendmesse oder am ersten Adventsonntag in den Kirchen statt.