Die Gans wird noch immer in zahlreichen österreichischen Haushalten zu Weihnachten aufgetischt. - © Michael Franke / pixelio.de
Die Gans wird noch immer in zahlreichen österreichischen Haushalten zu Weihnachten aufgetischt. - © Michael Franke / pixelio.de

Zwar hat jede Familie ihre eigene Tradition, doch werden Wien und andere große Städte vor allem von Fisch und Geflügel, ländliche Regionen - noch - von den althergebrachten Würsteln beherrscht. Dies deshalb, weil der 24. Dezember ein Abbruch-Fasttag war, an dem erst abends, meist nach der Christmette, Fleisch gegessen wurde.

Steirer bevorzugen Karpfen

"Das Weihnachtsessen ist vielfältiger geworden, Trends sind heute kaum noch festzumachen, und es zeichnen sich auch keine neuen generellen Vorlieben ab", beschreibt Roswitha Orac-Stipperger, Leiterin der Grazer Volkskundemuseums, die Ausdünnung der vormals regional sehr differenzierten steirischen Festtags-Kulinarik. An der "Dreifaltigkeit Karpfen, Gans und Würstel" sei schon noch was dran, aber eher für die Eltern- und Großelterngeneration, wobei in der Grünen Mark eher Karpfen, weniger die Gans für das opulente, teilweise auf den Abend des 24. Dezember vorgezogene Weihnachtsmahl stehe.

Traditionelle Würstlsuppe in Salzburg

Nach wie vor gibt es in vielen Familien in Salzburg die traditionelle "Würstlsuppe" - entweder mit den speziell hergestellten Mettenwürsten oder Frankfurtern bzw. Weißwürsten. Die Würstlsuppe wird allerdings schon häufig durch Fisch oder Geflügel ersetzt, aber auch kalte Speisen stehen am Heiligen Abend vermehrt auf dem Speisezettel. Im Innergebirg (Pongau, Pinzgau, Lungau) wird auch noch das "Bachlkoch" verspeist - Wasser mit Mehl vermischt und in Butter herausgebacken - eigentlich ein Essen, das früher vor allem Holzarbeiter zu sich nahmen.

Kärntner speisen vorzugsweise Würstel mit Kraut

Traditionell besteht das Kärntner Weihnachtsmenü aus Würsteln mit Kraut - konkret werden Selchwürste, Sauerkraut und Schwarzbrot aufgetischt. "Zu dieser Jahreszeit wurde in der Vergangenheit immer geschlachtet" erklärt Wolfgang Lattacher, Direktor des Kärntner Heimatwerks. Getrunken wird dazu in der Regel Most.

Reindling und Kletzenbrot

Im Oberkärntner Gegendtal wird an den Festtagen außerdem Deftiges gereicht: Dort gibt es mit Mohn und Rosinen gefüllte Butter, dazu kommt der traditionelle Reindling (Napfkuchen) auf den Festtagstisch. "Das Kletzenbrot - ein mit Dörrpflaumen oder getrockneten Birnen gefülltes Schwarzbrot ist auch sehr beliebt", so Lattacher. Generell seien diese Gerichte noch weit verbreitet, vor allem im ländlichen Raum, erklärte der Heimatwerk-Direktor.