Thauet, Himmel den Gerechten!
Wolken! regnet ihn herab!
Also rief in langen Nächten
Einst die Welt, ein weites Grab!
In von Gott verfluchten Gründen
Herrschten Satan, Tod und Sünden.
Fest verschlossen war das Thor
Zu des Heiles Erb’ empor.

Doch der Vater ließ sich rühren,
Daß er uns zu retten sann,
Und den Rathschluß auszuführen
Trug der Sohn sich freudig an.
Gabriel flog schnell hernieder,
Kehrte mit der Antwort wieder:
Sieh! ich bin die Magd des Herrn,
Was er will, erfüll’ ich gern!

Dein Gehorsam ist mein Leben,
Jungfrau demuthvoll und keusch!
Gottes Geist wird dich beschweben,
Und des Vaters Wort wird Fleisch.
Menschen bethet an im Staube!
Weh der Höll’ und ihrem Raube!
Aber Adamskindern wohl!
Weil ein Heiland kommen soll.

Einen Zuruf hör’ ich schallen,
Brüder wacht vom Schlummer auf!
Denn es naht das Heil uns allen,
Nacht ist weg, der Tag im Lauf.
O dann fort mit allen Thaten,
Die die Nacht zur Mutter hatten!
Künftig ziehe jedermann
Nur des Lichtes Waffen an!

Lasst uns wie am Tage wandeln,
Nicht in Fraß und Trunkenheit!
nicht nach Fleischbegierden handeln,
Weit verbannt sey Zank und Neid!
Jenem gänzlich nachzuarten,
Dessen Ankunft wir erwarten,
Dieses ist nun unsre Pflicht; So wie sein Apostel spricht.

Welterlöser, ich erfülle
deines treuen Knechtes Rath,
Komm in meines Fleisches Hülle!
Wie dein Both verkündet hat.
Komm und bringe mir den Frieden!
Menschen ist er nur beschieden,
Die von gutem Willen sind,
Komm! ich bin es göttlichs Kind!