Normalerweise würde Klaus Hofmann jetzt Sportkurse für Kinder und Jugendliche halten. Doch die Corona-Krise und die damit einhergehende notwendige Isolation haben auch vor dem Sporttrainer nicht Halt gemacht: "Aktuell ist mein Arbeitsmittelpunkt nicht der Turnsaal oder der Sportplatz, sondern das Homeoffice. Aufgrund der strengen Distanzregeln ist meine Trainertätigkeit zur Zeit eine sehr einsame", erzählt der Wiener.

Er nutzt die erzwungene Freizeit - die für ihn als Freiberufler freilich auch einen Verdienstausfall bedeutet - zur Erstellung von Stundenbildern und Übungsplänen, die er mittels E-Mail verschickt. Und er hat sich seinem schon länger vorgenommenen Buchprojekt gewidmet: einem Lehrbuch für den Turnunterricht, das sich nun auf der Zielgeraden befindet und im Herbst im Weineck-Verlag erscheinen soll. Gemeinsam mit einem großen heimischen Sportverein sollen für dieses Lehrbuch auch etliche Übungsvideos produziert werden. "Da laufen die Gespräche, aber es sind noch nicht alle Details geklärt."

Seine direkten sozialen Kontakte sind jedenfalls derzeit extrem eingeschränkt: "Face to face treffe ich neben meiner Partnerin nur meine Mutter, der ich Einkäufe und Medikamente vorbeibringe. Alle weiteren sozialen Kontakte laufen zur Zeit über die Messenger-Dienste und E-Mail", sagt Hofmann.

Er versucht aber auch Positives aus der Corona-Krise mitzunehmen: "Das wohl Offensichtlichste ist der unglaubliche Zugewinn von freier, nutzbarer Zeit, der sich durch das ‚Social Distancing‘ und das daraus resultierende erzwungene Alleinsein ergibt." Für sich selbst hat er diese freigewordenen Ressourcen bestmöglich zu nutzen versucht, indem er unter anderem damit begonnen hat, seine Fremdsprachenkenntnisse wieder etwas zu forcieren. "Ich habe wieder einmal französische Lektüre zur Hand genommen und auch meine kroatischen Basisvokabeln etwas verbessert."

Langfristig werde die Corona-Krise die Gesellschaft definitiv verändern, ist er überzeugt. Nicht nur, weil die Arbeitsplatzgestaltung flexibler werden dürfte. Er glaubt, dass ihm etwa das Video-Coaching auch danach bleiben wird. "Vor allem hätte so eine furchtbare Krise bis vor kurzem niemand für möglich gehalten. Sie macht offensichtlich, dass zu keiner Zeit alles bestens in Ordnung ist und man immer auf der Hut sein sollte." Vor diesem Hintergrund bekomme der Aphorismus "Erwarte stets das Unerwartete" erschreckende Aktualität. "Diese Krise sollte jeden jederzeit daran erinnern, etwas kürzer zu treten. Arroganz und Ignoranz sind mehr denn je fehl am Platz. Niemand kann alleine auf so eine furchtbare Krise reagieren. Nur gemeinsam ist das möglich."