"Capitalism: A Love Story", Regie: Michael Moore, 2009.

Ein "Inside Job" beschreibt im Englischen eine Straftat zum Nachteil eines Unternehmens, die von einem Mitarbeiter begangen wird. Der Titel des Films hier Programm. Der Dokumentarfilmer Charles Ferguson befragt in "Inside Job" Banker, Politiker und Wirtschaftsprofessoren nach den Ursachen der Finanzkrise. Er kommt zu dem Schluss, dass in der Liberalisierung der Finanzmärkte die Wurzel allen Übels liegt. Der Film zeigt die personellen Verflechtungen von Banken, Ratingagenturen, Industrie, Politik, Versicherungen und Wissenschaften und legt so ein durch und durch korruptes Netzwerk frei. "Inside Job" wurde 2011 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

"Inside Job", Regie: Charles Ferguson, 2011.

Eigentlich wollte Oliver Stone keine Fortsetzung seines 80er-Jahre Hits "Wall Street" drehen, doch als 2008 die Finanzkrise kam, entschied er sich doch dazu. Michael Douglas spielt mehr als zwei Jahrzehnte nach "Wall Street" wieder den Geldhai Gordon Gekko in "Wall Street: Geld schläft nicht". "Gier ist nun legal", sagt Gekko und taucht nach einer achtjährigen Haftstrafe erneut in die korrupte Welt Hochfinanz ein. Doch an der Börse hat sich einiges getan. Die Mechanismen sind zwar die gleichen geblieben, doch Spielkapital und Risiko sind stark gestiegen. Gekko gibt sich erst geläutert, plädiert für ein neues Wirtschaftssystem und wirbt für sein Buch "Ist Gier gut?" Doch Gekko hat wie ein Chamäleon nur seine Tarnfarbe geändert, im Inneren ist er der Gleiche geblieben: Er will an das große Geld, er will Macht ausüben, und er will Rache.

"Wall Street: Geld schläft nicht", Regie: Oliver Stone, 2010.

Über sieben Jahre sind seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers und dem damit verbundenen Ausbruch der Finanzkrise vergangen. Und doch, sagt der Erzähler zu Beginn von "The Big Short", "wissen die meisten von euch noch immer nicht, was da eigentlich passiert ist". Ein Umstand, den US-Regisseur Adam McKay mit seiner furiosen, top-besetzen Komödie ändern will. Es ist ein ambitioniertes Unterfangen McKays, einerseits die Finanzkrise 2008 erklären und andererseits die so trockenen, komplexen Abläufe an der Wall Street unterhaltsam verpacken zu wollen. Gelungen ist ihm beides. Durch das Finanzlabyrinth führt Ryan Gosling als junger Zyniker mit scharfer Zunge, der sich in den verrücktesten Momenten ans Publikum richtet, um ihm zu versichern, dass das alles tatsächlich so vonstattengegangen ist. Christian Bale brilliert als autistisch anmutendes Finanzgenie mit Glasauge. Steve Carell und Brad Pitt runden das Star-Ensemble ab.