Der Gebrauch ökonomischer Theorie ist in Diskussionen über eine bessere Politik unverzichtbar. Es geht in der Ökonomie nicht um die Frage, ob ungeregelte Marktwirtschaft gut oder schlecht ist. Ökonomen, die den Staat abschaffen wollen, trifft man genauso oft wie jene, die alle Märkte abschaffen wollen. Analysiert wird, welche Regulierungen günstig sind - und welche eher schädlich.

Die Ökonomie ist die Wissenschaft von einer rationalen Diskussion der Wirtschaftspolitik. Sie hilft Probleme zu verstehen. In der Weltwirtschaftskrise wurde der Einsatz von staatlicher Ausgabenpolitik lange Zeit von fast allen abgelehnt. Schulmeister stellt fest, dass in der Finanzkrise ab 2008 die Politik anders reagiert hat. Er lobt sie dafür. Die Theorie von Keynes hatte also, entgegen Schulmeisters Aussagen, noch immer Wirkung. Aber auch die von Milton Friedman, der gemeinsam mit der Ökonomin Anna Schwartz in einer großen Arbeit zeigte, dass die Politik in den USA 1929, nämlich die Banken einfach fallen zu lassen, wesentlich zur Schwere der Krise beigetragen hatte.

UPDATE:

In der ersten Version des Artikels war die Ko-Autorenschaft einer Publikation Friedmans seiner Ehefrau Rose zugeschrieben worden. Milton Friedman hatte diese jedoch mit Anna Schwartz verfasst. Der Zusammenarbeit mit Rose Friedman entstammen andere Werke.