Ende November 2008 hieß es bereits: "Die Kurzarbeit in Österreich explodiert", rund 25.000 Arbeitnehmer in 50 Betrieben sind derzeit in Österreich von Kurzarbeit betroffen bzw. bedroht. Letztlich waren es laut Wifo 66.965 Personen beziehungsweise rund 26.000 Kurzarbeiter im Jahresdurchschnitt - darunter auch 11.000 der Voest, welche von KTM und Engel, aber auch von MAN.

Im November gab es im Betrieb zuerst Informationen in den Abteilungen, dann in einer Vollversammlung: "Da war es still, man hätte eine Stecknadel fallen hören können", sagt Schwarz. Der Betriebsrat konnte verkünden, dass keine Kündigungen anstünden, sondern es "Kurzarbeit mit 90 Prozent Nettoersatzrate gab. Da gab es dann Applaus, weil alle froh waren. Es hat sich ja jeder Sorgen um seinen Arbeitsplatz gemacht", sagt Schwarz. Letztlich wurde bei MAN 16 Monate lang kurzgearbeitet. "Wir haben es geschafft, die Krise durchzutauchen." 300 Mitarbeiter haben sich zwar über eine Arbeitsstiftung für Umschulungen entschieden und den Betrieb verlassen, Kündigungen gab es aber keine.

Erleichterung

Das Wifo berichtet von rund 6500 Arbeitsplätzen, die zumindest vorübergehend gesichert wurden und den Anstieg der Arbeitslosigkeit dämpfen konnten. Kündigungen gab es in der Sachgüterproduktion trotzdem: Die Beschäftigung in Unternehmen, die Waren herstellen, ging von 602.340 im Jahr 2008 um 5,3 Prozent auf 570.388 im Jahr 2009, und 2010 nochmals auf 563.121 zurück. Generell kostete das erste Krisenjahr 1,5 Prozent an Arbeitsplätzen. "Der Arbeitsmarkt schrumpfte, aber weit weniger als die Wirtschaft", sagt Mahringer.

Weil aber unabhängig von der Wirtschaftskrise seit 2008 auch das Arbeitskräfteangebot bis 2017 um rund 412.000 auf 3,57 Millionen Personen stieg - durch mehr Frauen und Migranten, die dazu kommen, aber auch Ältere, die länger bleiben -, sinkt die Arbeitslosigkeit nicht gleichermaßen.

Nach dem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosen (ohne Schulungsteilnehmer) um 22,6 Prozent bzw. 48.056 im Jahr 2009 auf mehr als 260.000 Personen, ging sie zwar in den beiden Jahren danach auf das Vorkrisenniveau zurück, stieg dann aber wieder an und erreichte 2016 mit 354.332 Arbeitslosen den vorläufigen Höchstwert und erholt sich erst jetzt wieder - was, so Mahringer, "typisch für große Wirtschaftskrisen ist."