Zeit

Was ist Zeit? Die Reihenfolge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft? Eine Messeinheit? Oder ist Zeit "nichts anderes als der Strom, in den ich zum Fischen steige", wie es der amerikanische Schriftsteller Henry David Thoreau ausdrückte? Wer an Zeit denkt, denkt möglicherweise auch an Stillstand - in Form der Wartezeit etwa.

Der Begriff Zeit hat viele Facetten und einigen davon geht in den nächsten zwei Wochen das aktuelle Dossier der "Wiener Zeitung" nach. Darunter findet sich zum Beispiel eine historische Reise zur Entwicklung der Arbeitszeit, ein Porträt von Wiens Würfeluhren oder warum wir Dinge zur richtigen Zeit tun sollten. Nur: Wie erkennt man die richtige Zeit?

Die Zeit in der Philosophie

Konfuzius
Theophrastos
Zenon
Seneca
Augustinus
Dante
Da Vinci
Montaigne
Gracián
Voltaire
Rousseau
Kant
Herder
Schiller
Schopenhauer
Carlyle
Emerson
Kierkegaard
Thoreau
Lichtenberg
Hegel
Eliot
Nietzsche
Bloch
Heidegger
Wittgenstein
Stein
Fromm
Popper
Sartre
Arendt
Weil
Foucault
Konfuzius

"So fließt alles dahin wie der Fluss ohne Aufhalten, Tag und Nacht!"

Konfuzius (551 - 479)

Theophrastos

"Die Zeit ist das Kostbarste, was man verschwenden kann."

Theophrastos von Eresos (371 - 287)

Zenon

"Unendlich ist der Vergangenheit und der Zukunft Zeit; die Zeit der Gegenwart ist begrenzt."

Zenon von Kition (333/332 - 262/261)

Seneca

"Nichts [...] ist unser wahres Eigentum außer der Zeit."

Seneca der Jüngere (um 4 - 65)

Augustinus

"Zeit ist Leben, und Leben ist Verantwortung, und Verantwortung bestimme eure Zeit."

Augustinus Aurelius (354 - 430)

Dante

"Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt."

Dante Alighieri (1265 – 1321)

Da Vinci

"Die Zeit verweilt lange genug für denjenigen, der sie nutzen will."

Leonardo da Vinci (1452 - 1519)

Montaigne

"Alle Dinge haben ihre Zeit, auch die guten."

Michel de Montaigne (1533 – 1592)

Gracián

"Der Zeit nachgeben, heißt: sie überflügeln."

Baltasar Gracián y Morales (1601 - 1658)

Voltaire

"Die Zeit heilt alle Wunden."

Voltaire (1694 - 1778)

Rousseau

"Gute Anwendung macht uns die Zeit noch kostbarer."

Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778)

Kant

"Die Zeit ist kein diskursiver, oder, wie man ihn nennt, allgemeiner Begriff, sondern eine reine Form der sinnlichen Anschauung."

Immanuel Kant (1724 - 1804).

Herder

"Unsere Zeit ist ein großer Wecker. Die große alte Wanduhr rasselt und ruft mit gewaltigen Schlägen."

Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803)

Schiller

"Es wär' ein eitel und vergeblich Wagen,
Zu fallen ins bewegte Rad der Zeit."

Friedrich von Schiller (1759 - 1805)

Schopenhauer

"Vor Kant waren wir in der Zeit; jetzt ist die Zeit in uns."

Arthur Schopenhauer (1788 - 1860)

Carlyle

"Die Zeit totzuschlagen ist nicht Mord, sondern Selbstmord."

Thomas Carlyle (1795 - 1881)

Emerson

"Das am sichersten wirkende Gift ist die Zeit."

Ralph Waldo Emerson (1803 – 1882)

Kierkegaard

"Die Zeit verzehrt die Kinder der Zeit, ein Kind der Zeit ist aber auch das Leid, und seine angemaßte Ewigkeit ist nur Betrug."

Søren Kierkegaard (1813 - 1855)

Thoreau

"Zeit ist nichts als der Strom, in den ich zum Fischen steige."

Henry David Thoreau (1817 – 1862)

Lichtenberg

"Die Sanduhren erinnern nicht bloß an die schnelle Flucht der Zeit, sondern auch zugleich an den Staub, in welchen wir einst verfallen werden."

Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799)

Hegel

"Philosophie ist ihre Zeit in Gedanken gefasst."

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 - 1831)

Eliot

"Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können."

George Eliot (Mary Anne Evans) (1819-1880)

Nietzsche

"Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave."

Friedrich Nietzsche (1844 - 1900).

Bloch

"Zeit ist nur dadurch, dass etwas geschieht, und nur dort, wo etwas geschieht."

Ernst Bloch (1885 - 1977)

Heidegger

"Das Bedenklichste in unserer bedenklichen Zeit ist, dass wir noch nicht denken."

Martin Heidegger (1889 - 1976)

Wittgenstein

"Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt."

Ludwig Wittgenstein (1889-1951)

Stein

"Unsere Zeit, in der alle festen Formen des irdischen Lebens in Schwanken und Umbildungen sind, ist auch eine Zeit des Ringens um die ewigen Fragen."

Edith Stein (1891 - 1942)

Fromm

"Durch die Maschine ist die Zeit zur Beherrscherin des Menschen geworden."

Erich Fromm (1900-1980)

Popper

"Nie überlegen, was morgen sein wird, sondern das tun, was man heute tun kann."

Karl Raimund Popper (1902 - 1994)

Sartre

"Vielleicht gibt es schönere Zeiten; aber diese ist die unsere."

Jean-Paul Sartre (1905-1980)

Arendt

"Es ist ein Fluch, in interessanten Zeiten zu leben."

Hannah Arendt (1906 - 1975)

Weil

"Die Gegenwart hält uns in Fesseln. Die Zukunft ist ein Gemächt unserer Einbildungskraft. Die Vergangenheit allein, wenn wir sie nicht verfälschen und umerfinden, ist reine Wirklichkeit."

Simone Weil (1909 – 1943)

Foucault

"Du musst ein Held sein, um der Moral unserer Zeit ins Gesicht zu sehen."

Michel Foucault (1926 - 1984)

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