Mehrere hundert öffentliche Uhren gibt es in Wien, die meisten stellen die ÖBB, gefolgt von den Wiener Linien. Am markantesten im Stadtbild sind natürlich die 73 Würfeluhren. Der erste Prototyp wurde 1907 neben der Wiener Staatsoper an der Kreuzung der Ringstraße mit der Kärntner Straße aufgestellt. Die erste Ständeruhr war bereits 1885 auf dem Naschmarkt installiert worden.

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Während der 7. und 17. Bezirk keine Würfeluhr haben, wurden erst vor kurzem in der Seestadt Aspern und im Nordbahnviertel zwei neue aufgestellt. Die Anzeige auf allen vier Seiten hängt an einem einzigen Uhrwerk, das aus einer Hauptuhr und drei Nebenuhrwerken besteht. Der Großteil der Wiener Würfeluhren ist ans zentrale Netz angebunden, dieses wurde 2019 auf den neuesten Stand gebracht, mit Hilfe des aktuellen Sponsors Wiener Städtische - deshalb ist deren Logo auf den Ziffernblättern zu sehen. Der Sponsor wechselt alle zehn Jahre. 22 Würfeluhren, die nicht ans Netz angeschlossen sind, müssen immer noch von Hand aufgezogen werden. "Da sind wir auch darauf angewiesen, dass uns die Bevölkerung Störungen meldet", heißt es seitens der MA33, die für die Würfeluhren zuständig ist. Vier Personen kümmern sich bei der Magistratsabteilung, die vor allem Beleuchtung, Ampeln und WLAN in der Stadt betreut, um die öffentlichen Uhren, die auch an Kirchtürmen, Amtshäusern und Schulen angebracht sind. Interessantes Detail am Rande: Obwohl es im 1. Bezirk mehr Kirchen gibt als im 22. Bezirk, gibt es dort mehr Kirchturmuhren. In den vergangenen 100 Jahren hat sich die Zahl der öffentlichen Uhren in Wien nicht großartig verändert.

Klares Ja zu den Uhren im öffentlichen Raum

Braucht man angesichts von Smartphone & Co. überhaupt noch Uhren im öffentlichen Raum? Dies wurde bei einer Umfrage der Wien vor einigen Jahren von den Wienern mit einem klaren Ja beantwortet. Ganz besonders wichtig ist der Bevölkerung der Erhalt der Würfeluhren, die nach Ansicht vieler ganz einfach zum Stadtbild dazugehören.

Hergestellt werden diese Uhren übrigens seit jeher direkt in Wien von der Firma Schauer, die bis heute das Uhrwerk baut, das Ziffernblatt stammt von Siemens. Seit 1887 wird Glas als Abdeckung verwendet, weil dieses leichter geputzt werden kann als etwas Plexiglas oder Kunststoff und auch nicht so leicht vergilbt. Finanziert werden die öffentlichen Uhren in Wien über das jeweilige Bezirksbudget und sind somit Bezirkssache. Die Stadt Wien ist jedenfalls nicht verpflichtet, Uhren im öffentlichen Raum aufzustellen.

Abseits der Würfeluhren hat Wien auch noch einige Zeitanzeigen zu bieten, die echte Kunstwerke sind: zum Beispiel in der Schottenpassage (1. Bezirk), auf dem Taborplatz (2. Bezirk), in der Baumgasse (3. Bezirk), im Kurpark Oberlaa (10. Bezirk), an der Kennedybrücke (13. Bezirk) und auf dem Wallensteinplatz (20. Bezirk). Ein touristisches Highlight ist natürlich auch die berühmte Ankeruhr am Hohen Markt in der Innenstadt aus dem Jahr 1915. Auch die elf Wiener Kunstwerkuhren wurden und werden von den Bezirken aufgestellt, dazu werden eigene Architekturprojekte ausgeschrieben, an denen sich auch die Anrainer beteiligen können. Derzeit sind aber keine neuen Kunstuhren geplant.