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10 Jahre Franz Löschnak

Von Heinz Fahnler

Politik

Innenminister Karl Schlögl lud ein · und viele kamen · zum zehnjährigen "Amtsjubiläum" seines Vor-Vorgängers Franz Löschnak, der zum Februarbeginn 1989 seine Funktion als Innenminister angetreten

hatte. Zwischen Löschnak und Schlögl führte bekanntlich Caspar Einem das Innenressort.

Schlögl ließ in seiner Laudatio Revue passieren, mit welchen Problemen sich Löschnak auseinandersetzen mußte: Die "Wende", die Österreich bis zu 400.000 Zuwanderer beschert hatte und die

entsprechenden richtigen Maßnahmen, die Löschnak in dieser Situation gesetzt hatte. "Darum beneiden uns heute europäische Staaten, die so eine fortschrittliche Gesetzgebung wie Österreich gerne

hätten," streute Schlögl dem Jubilar rote Nelken.

Dazu: Das Sicherheitspolizeigesetz, die Reform der Organisationsstruktur bei der Gendarmerie mit Posten-Zusammenlegungen, die Grundsteinlegung zur Sicherheitsakademie in Traiskirchen, die ersten

Maßnahmen gegen die organisaierte Kriminalität, die Bewältigung des Problems der Bosnien-Flüchtlinge, und schließlich war Löschnak auch mit der Bombenterrorwelle in Österreich konfrontiert.

Und Schlögl erinnerte auch daran, daß Franz Löschnak längstdiendstes Regierungsmitglied · insgesamt 18 Jahre · und nach Oskar Helmer mit fast sechs Jahren der am längsten amtierende Innenminister

Österreichs war.

"Ich gebe zu, daß ich die Funktion des Innenministers angestrebt habe, aber im Vergleich zur Amtszeit von Franz Löschnak habe ich zwei relativ ruhige Jahre in dieser Funktion bisher verbracht. Ich

konnte die Saat von Löschnak ernten, der sich auf Grund seines geraden Weges und seines Stehvermögens bis heute als Politiker höchster Akzeptanz bei der Exekutive und bei der Bevölkerung erfreuen

kann", sagte Schlögl, der sich auch dankbar für noch von Löschnak getroffene Personalentscheidungen zeigte: "Mit Sektionschef Matzka, mit dem Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Sika, und

mit der Pressesprecherin Conny Zoppoth habe ich in jeder Hinsicht hervorragende und kompetente Mitarbeiter geerbt."

Ergreifend ein Teil aus Löschnaks Dankesrede: "Ich war kurz nach meiner Funktionsübernahme mit dem Mord an dem kleinen Mädchen Beranek in Favoriten konfrontiert. Als Favoritner, wo der Mord geschah,

kenne ich die Familie sehr gut. Man hat mir die entsetzlichen Fotos vom Tatort vorgelegt. Aber ich war hilflos. Und diesen Hund, der dieses Verbrechen verübt hat, hat man bis heute nicht."

Worte, die Zeugnis ablegen von der tiefen Menschlichkeit, die Franz Löschnak in all seinen Funktionen stets begleitet hat; und die Karl Schlögl an diesem Abend entsprechend würdigte.