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10 Millionen neue Jobs in 5 Jahren

Von Rosa Eder

Wirtschaft

"5 (3/1) = 10" lautet die Zauberformel für mehr Jobs in Europa. Wenn es in den nächsten fünf Jahren gelingt, ein reales Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 3% p. a. zu erreichen, würde das um 1% mehr Arbeitsplätze jährlich bedeuten. Absolut betrachtet wären das 10 Millionen neue Jobs - angesichts von 20 Millionen Arbeitslosen ein wahrer Segen.


Derjenige, der diese Rechnung aufstellt, ist Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und von Eurochambres, dem europäischen Dachverband von 41 nationalen und über 200 regionalen Industrie- und Handelskammern, der zur Zeit in der Wiener Hofburg seinen 12. Jahreskongress abhält.

"Wer da nicht mitzieht, den kann ich nicht verstehen", sagte Leitl in Richtung der Verantwortlichen in den höchsten politischen Ebenen. Und kritisiert: Von dem Lissabon-Ziel, bis 2010 die wettbewerbsfähigste wissensbasierte Region der Welt zu werden, sei Europa weiter entfernt denn je. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wachse in den USA und Japan doppelt so schnell, "von China will ich gar nicht reden," drückte Leitl seine Unzufriedenheit aus.

Die für Europa gesetzten Ziele seien richtig, "wir haben aber nicht gewusst, wie man sie umsetzt." Die europäischen Wirtschaftskammern wollen nun die nötigen Impulse geben, damit der Aufholprozess in Gang gesetzt wird.

Was sind nun die Maßnahmen, mit denen nachhaltiges Wachstum geschaffen werden soll und das "Jobwunder" eintritt? Leitl zählt auf: Bürokratie im Binnenmarkt abbauen, Forschung & Entwicklung forcieren, die Geld- und Währungspolitik stärker am Wachstum ausrichten, ein EU-Exportprogramm entwickeln und umsetzen, die Arbeitszeit flexibilisieren etc. "Das sind Dinge, die klingen jetzt etwas allgemein", gibt Leitl zu, doch seien auch bereits einige "sehr konkrete Vorschläge" eingebracht worden.

Leitl, seit 2000 Präsident der WKÖ, war im Oktober 2003 auf der Vollversammlung der Eurochambres für weitere zwei Jahre als Präsident der Unternehmervertretung gewählt worden.