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11. September 2001 - der Tag, an dem die Welt den Atem anhielt

Von Rainer Mayerhofer

Politik

Der 11. September 2001 wird als jener Tag in die Geschichte eingehen, der nicht nur das Stadtbild von New York veränderte, sondern das Antlitz der ganzen Welt. Um 8.46 raste eine Linienmaschine der American Airlines in den Nordturm des World Trade Centers, 18 Minuten später ein zweites Flugzeug in den Südturm. Ein drittes Flugzeug stürzte kurz darauf in einen Flügel des Verteidigungsministeriums Pentagon in Washington. Während die Türme des World Trade Centers vor laufenden Kameras zusammenbrachen wurde aus Pennsylvania der Absturz einer vierten Maschine gemeldet. Beherzte Flugpassagiere des Fluges 93 hatten durch ihr Eingreifen offensichtlich eine noch größere Katastrophe verhindert.


Bei den Anschlägen, die durch vier Selbstmordkommandos der Terrororganisation El Kaida des in Afghanistan lebenden Osama Bin Laden durchgeführt wurden, kamen mehr als 3000 Menschen ums Leben, unter ihnen mehr als 300 New Yorker Feuerwehrleute, die in den Trümmern des World Trade Centers begraben wurden und zahlreiche Polizisten.

Immens waren auch der wirtschaftlichen Auswirkungen. Weltweit bauten Fluglinien, die schon vorher in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren, zehntausende Mitarbeiter ab. In Europa schlitterten die Swissair und die belgische Fluggesellschaft Sabena in den Konkurs.

Weltweit wurden auch nach den Anschlägen Sicherheitsgesetze verschärft, um weiteren Anschlägen vorzubeugen. Menschenrechtsgruppen warnten vor Einschränkungen der persönlichen Freiheit durch diese Maßnahmen.

Nur wenige Stunden nach den Attentaten von New York und Washington begannen sich die Indizien zu verdichten, dass der aus Saudiarabien stammende und in Afghanistan lebende Osama Bin Laden Drahtzieher des Terrors ist. US- Forderungen an das Taliban-Regime, das bereits im März durch die Sprengung antiker Buddha-Statuen und im August durch die Verhaftung westlicher Entwicklungshelfer die Welt schockiert hatte, Bin Laden auszuliefern, blieben unerfüllt.

US-Präsident George W. Bush begann daraufhin, eine umfassende Anti-Terror-Allianz zu schmieden und auf Pakistan, den engsten Verbündeten der Taliban, massiven Druck auszuüben.

Bushs engster Verbündeter wurde der britische Premierminister Tony Blair, aber auch die Beziehungen zu Russlands Präsident Putin, der in Tschetschenien selbst mit islamischen Fundamentalisten seine liebe Not hat, wurden intensiviert.

Nach anfänglichen Irritationen der islamischen Welt durch ungeschickte Wortwahl konnte der US-Präsident auch diese Staaten von der Notwendigkeit überzeugen, dass Bin Laden und seinen Helfern das Handwerk zu legen sei. Gleichwohl kam es in zahlreichen islamischen Staaten, vor allem in Pakistan zu heftigen antiamerikanischen Ausschreitungen.