Zum Hauptinhalt springen

134 Nobelpreisträger für Liu Xiaobo

Von Rainer Mayerhofer

Politik

Der Menschenrechtler verbüßt seit Dezember 2009 eine elfjährige Haftstrafe.


Wien. 134 Nobelpreisträger aus allen sechs Sparten dieses Preises, angeführt von Erzbischof Desmond Tutu (Frieden 1984) und Richard John Roberts (Medizin 1983), haben den Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas und künftigen Präsidenten Xi Jinping in einem Schreiben aufgefordert, den Friedensnobelpreisträger von 2010, den Schriftsteller und Dissidenten Liu Xiaobo, und seine Frau Liu Xia unverzüglich und ohne Bedingungen freizulassen. Der Appell erfolgte nur wenige Tage vor den am kommenden Montag stattfindenden Preisverleihungen 2012.

Liu Xiaobo, der schon 1989 auf dem Tienanmen-Platz für die Demokratisierung Chinas eingetreten war - er war danach zwei Jahre in Haft, wurde 1995 erneut festgenommen und im Jahr darauf in ein Arbeitslager eingewiesen, aus dem er erst 1999 wieder entlassen wurde - war am 25. Dezember 2009 wegen "Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt" zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Zuvor stand er bereits seit 9. Dezember 2008 unter Hausarrest. Man hatte ihm vorgeworfen, Hauptverfasser der Charta 08 zu sein, mit der mehr als 300 chinesische Intellektuelle unter anderem die Einführung freier Wahlen, Gewaltenteilung und eine föderale Struktur des Landes gefordert hatten.

Unter den Unterzeichnern des am Dienstagabend veröffentlichten Appells an Xi Jinping befinden sich die Friedensnobelpreisträger Jose Ramos-Horta (1996) und der Dalai Lama (1989), die Literaturnobelpreisträger Toni Morrison (1993) und Mario Vargas Llosa (2010) und John Gurdon, der heuer mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet wird.

Unterstützt wird die Aktion von mehreren Organisationen wie Reporter ohne Grenzen, Human Rights Watch und der Gruppe Freedom Now, einer in den USA ansässigen NGO, die sich für Gewissensgefangene in aller Welt einsetzt.