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20 Millionen für ein neues Outfit

Von Karl Leban

Wirtschaft

"Creditanstalt" nunmehr auch als Marke gestorben. | Bank Austria: In Österreich sind 420 Filialen umzustellen. | Wien. Mit der Marke "Creditanstalt" ist nach 152 Jahren wechselvoller Geschichte bald endgültig Schluss - spätestens Ende März 2008. Nachdem die Bank Austria die Creditanstalt (CA) 1997 geschluckt hatte und 2002 bei der anschließenden Fusion zur Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) nur mehr der Name der einst stolzen Rothschild-Bank übrig blieb, war es bloß eine Frage der Zeit, bis auch dieser für immer verschwindet.


In Zukunft heißt die bisherige Bank Austria Creditanstalt, Österreichs größtes Geldinstitut, schlicht "Bank Austria". Zuletzt hätten nur noch ein Prozent der Österreicher die Creditanstalt als ihre Bank bezeichnet, erläutert Privatkunden-Vorstand Willibald Cernko.

Anlass für die Umbenennung des Hauses, das nun schon seit zwei Jahren zum UniCredit-Imperium gehört, ist eine neue Markenstrategie der italienischen Mutter. Die UniCredit, mit mehr als 35 Millionen Kunden und 135.000 Mitarbeitern größtes Finanzinstitut der Eurozone, hat ihren Töchtern einen einheitlichen Marktauftritt verordnet. Künftig soll die gesamte Gruppe unter der gemeinsamen Dachmarke "UniCredit Group" in Erscheinung treten.

Daher wird die Bank Austria - ebenso wie ihre frühere bayerische Mutter und jetzige Schwester HypoVereinsbank - schon bald unter dem Design der überregionalen Dachmarke unterwegs sein. Für das bisherige BA-CA-Logo mit der roten Welle kommt das Logo der UniCredit, eine hellrote Kugel mit einem zum Pfeil stilisierten weißen Einser. Auch der Schriftzug "Bank Austria" wird grafisch neu gestaltet werden.

Optische Änderungen

Auf Bankchef Erich Hampel wartet viel Arbeit, die er im ersten Quartal 2008 abgeschlossen haben will, wie er am Donnerstag vor Journalisten erklärte. In Österreich muss er insgesamt 420 Filialen umstellen. Die Kosten für den Marktauftritt in neuem Kleid beziffert Hampel mit maximal 20 Millionen Euro. In diesem Betrag sind neben den Umstellungskosten für die Geschäftsstellen auch die Kosten für die optische Änderung von Werbebroschüren, Kontoauszügen und Briefpapier enthalten. Die Gesamtkosten will Hampel "in drei bis fünf Jahren durch Einsparungen wieder herinnen" haben.

Umstellen muss die Bank Austria auch Kunden- und Kreditkarten. Laut Cernko erfolgt hier ein "schrittweiser Austausch". Was ebenso adaptiert werden muss, sind E-Mail-Adressen und der Internet-Auftritt. In Hinkunft soll die Domain europaweit und im Gesamt-Konzern auf "unicreditgroup.eu" lauten.

Internationale Gruppe

Für Hampel ist künftig auf einen Blick sichtbar, "dass wir eine starke internationale Gruppe sind". Wegen der Markenvielfalt im Konzern in ganz Europa habe großer Handlungsbedarf bestanden, den Marktauftritt zu vereinheitlichen. "Ich bin überzeugt, dass in Zukunft alle Banken der UniCredit-Gruppe von internationalen Kampagnen der Dachmarke profitieren", so Hampel.

"Die einheitliche Marke zeigt den Kunden die Größe und Reichweite der gesamten Gruppe - und das signalisiert Sicherheit", ergänzt Firmenkunden-Vorstand Regina Prehofer. Auch für die Mitarbeiter sei sie wichtig. Prehofer: "Ein einheitliches Auftreten fördert das Zusammenwachsen der Gruppe und stärkt den Spirit, das Zusammengehörigkeitsgefühl."

Osteuropa prescht vor

Vorreiter für den einheitlichen Auftritt war Osteuropa. Dort steuert die Bank Austria 1100 Bankfilialen, die mittlerweile so gut wie alle auf die Marke "UniCredit" umgestellt wurden. Nur in Kroatien etwa (Zagrebacka Banka), Bulgarien (UniCredit Bulbank) oder Rumänien (UniCredit Tiriac Bank) blieb der frühere Name der dortigen Bank zumindest als Teil des Namens erhalten - sonst sind die Schriftzüge überall dem der Mailänder Konzern-Mutter angepasst. In Russland steht die Marken-Umstellung noch bevor, in der Türkei ist sie vorerst nicht geplant.