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2001 wird (wieder) Jahr der Mopeds

Von Peter Kantor

Wirtschaft

Mit den frühlingshaften Temperaturen packen die motorisierten Zweiradfahrer ihre heißen Eisen wieder aus. Grund genug für die österreichischen Importeure, über die aktuellen Trends sowie das vergangene Jahr 2000 nachzudenken.


Erfreulich dürfte sich erneut der Mopedmarkt entwickeln. Im Vorjahr wurden fast 20.000 Stück neu zugelassen, ein Plus von über 7%. Analog zum fortgesetzten Trend zu mehr Mobilität besonders unter der Jugend wird auch heuer ein kleiner Boom erwartet. Die Prognosen liegen bei 5 bis 10%.

Rund zwei Drittel der Mopedkäufer sind zwischen 16 und 18 Jahre alt, ein Faktum das nicht ohne Folgen bleibt. "Die Mopedkäufer sind entsprechend qualitäts- und markenbewusst. Der Preis ist nicht mehr das vorrangige Verkaufsargument", erklärt Walter Dittmer von der Arge Zweirad. Für die junge Zielgruppe sei auch das Design und das einfache Handling sehr wichtig. Das zeige sich im großen Erfolg der italienischen Marken (Marktführer ist Aprilia gefolgt von Piaggio und Derbi), die besonders auf eine schöne Optik setzen, sowie in den starken Zuwächsen bei Automatikrollern. Dennoch dürfte sich der Gesamtmarkt im laufenden Jahr wie schon im Jahr 2000 rückläufig entwickeln. Die Arge Zweirad rechnet mit einem Minus von 5 bis 10%. Nach dem Motorradboom der neunziger Jahre setze sich die Phase der Marktkonsolidierung auch heuer fort, erklärt Dittmer. Mittelfristig sei man aber optimistisch. Der Mopedboom zeige das große Interesse der Jungen am Zweirad - und das werde sich auch auf den Gesamtmarkt positiv auswirken. Von Jänner bis Dezember 2000 war die Zahl der Zulassungen um 12,74% zurückgegangen. Insgesamt wurden 23.621 neue Motorräder verkauft.

Neben den Mopeds zählen die europäischen Marken zu den Gewinnern des Vorjahres: Sie konnten weiter aufholen und stellen nun 34,3% (1999: 25,63%) des Gesamtmarktes. Trotz des hohen Yen-Kurses und der daraus resultierenden Preiserhöhungen beherrschen die Japaner aber weiterhin den österreichischen Motorradmarkt. Die "Stockerlplätze" bei den Neuzulassungen gingen im Vorjahr an Honda (24,37% Marktanteil), Yamaha (19,61) und Suzuki (11,93%).

Um den Markt zu beleben, wollen die Importeure eine Öffnung des 125ccm-Marktes für Jugendliche ab 16 forcieren. Das Segment, das nach der Führerscheinneuregelung im Jahr 1998 geboomt hatte (Stichwort: Motorradfahren ohne Prüfung nur mit B-Führerschein), blieb nur kurzfristig ein Trend. Trotz neuer Modellpaletten finden die Achtelliter-Motorräder nicht den erwarteten Absatz. Der 125ccm-Markt wird jedoch als wichtigen Impulsgeber für den Gesamtmarkt gesehen. Dittmer: "Ein Großteil der 125ccm-Käufer macht über kurz oder lang den A-Schein und steigt auf stärkere Motorräder um."