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210 Millionen Euro müssen Käufer für A-Tec aufbringen

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Potenzielle Käufer müssen künftige A-Tec-Finanzierung offenlegen. | Angebote der Interessenten ohne Rücktrittsklauseln.


Wien. Heute, Donnerstag, um Mitternacht wird das weitere Schicksal der insolventen Holding A-Tec Industries AG um Mirko Kovats besiegelt. Bis zu dieser Frist müssen die potenziellen Interessenten ihre verbindlichen Angebote für die A-Tec-Gruppe vorlegen. Zahltag ist dann spätestens der 30. September.

"Es wird heute definitiv kein Zerschlagungsszenario geben, denn wir erwarten, dass drei bis vier Angebote gelegt werden", sagt A-Tec-Sanierungsanwalt Norbert Abel im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". "Das verbindliche Angebot muss auf 210 Millionen Euro lauten, wir wissen am Ende des Tages aber noch nicht, ob es bei diesem Betrag bleiben wird, er kann sich im Lauf des Sommers noch reduzieren." Nachsatz: "Es wird in den Angeboten keine Rücktrittsklauseln geben, die Interessenten sind daran gebunden." Neben der Verpflichtung, 210 Millionen Euro einzuschießen, müssen die Anbieter laut Abel auch einen Nachweis über die Finanzierung des Investments bringen sowie ihre Pläne zur weiteren Konzernfinanzierung offenlegen. Dem Vernehmen nach haben einzelne Interessenten bereits Gespräche mit den finanzierenden Banken geführt.

"Wenn die tschechisch-slowakische Penta Investments ein Angebot legt und drei weitere kommen, erhalten die Gläubiger im September ihre 47-Prozent-Quote, vielleicht schon früher", sagt der A-Tec-Anwalt. "Und
A-Tec wird den Sanierungsplan erfüllen."

Geld aus Amsterdam

Die tschechisch-slowakische Penta Investments wird über ihre niederländische Portfoliogesellschaft Penta Investments Ltd. mit Sitz in Amsterdam ein Angebot für A-Tec legen, wie Penta-Sprecher Martin Danko gegenüber der "Wiener Zeitung" bestätigt. Die Amsterdamer Penta gehört gesellschaftsrechtlich zur Penta Ltd. in Zypern. Laut eigenen Angaben hat der Finanzinvestor eine volle Kriegskasse.

Sollte ein Käufer in spe, wie die tschechisch-slowakische Penta, nicht alle Banken, die die A-Tec-Töchter finanzieren, unter einen Hut bringen, werden diese Kreditinstitute vom Investor ausgezahlt. Ab Freitag in der Früh werden die Angebote dann "in aller Ruhe" verifiziert, sprich auf ihre Plausibilität geprüft. "Der Vorstand, der Aufsichtsrat und der Treuhänder werden dann sagen, welches Angebot den gemeinsamen Interessen am nächsten kommt", erklärt Abel. "Das ist auch eine Frage von strategischen Entscheidungen." Nachsatz: "Es ist versucht worden, diese Lösung zu torpedieren, obwohl sie für die A-Tec und für die Gläubiger die beste Lösung ist."

Ressentiments

Anwalt Abel hadert nach wie vor mit den Ressentiments gegen die Person Mirko Kovats seitens der Kreditwirtschaft. "Jeder weiß, dass die Kreditwirtschaft prächtig an Kovats verdient hat", sagt der Anwalt. "Sie wollten alle dabei sein. Gerade der Raiffeisensektor hat die Anleihe begeben dürfen." Kovats sei "mit seiner Hütte 2008 in die Wirtschaftskrise hineingefahren". Hätte die konjunkturelle Hochzeit zwei Jahre länger angedauert, sagt Abel, hätte Kovats das Problem mit dem Werk in Australien bewältigt und auch die Anleihen "mit links gezahlt".