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250 Meter zum nächsten Grün

Von Bernd Vasari

Politik

Grüne präsentieren Grün- und Freiraumkonzept, das ein wienweites Freiraumnetz und neue Erholungsgebiete vorsieht.


Wien. Die Grünen präsentierten am Donnerstag ein Grün- und Freiraumkonzept, das die Ziele des Stadtentwicklungsplans 2025 (Step) vertiefen soll. Herzstück des Konzepts sind drei neue Erholungsgebiete im 21. und 22. Bezirk sowie ein wienweites Freiraumnetz. Aufhorchen ließ Planungsstadträtin Maria Vassilakou mit der Forderung nach durchgehenden Öffnungszeiten in den Wiener Parkanlagen.

Wien solle grüner werden, so der Plan des Konzepts, das mit sieben Punkten ausgestattet ist. 16,5 Quadratmeter Grün- und Freiräume pro Kopf sollen künftig beim Entstehen von neuen Stadtteilen verpflichtend sein. Auch für die alten Grätzel soll es Verbesserungen geben: Jeder Wiener soll das nächste Grün innerhalb von 250 Metern erreichen können. Dazu will die Planungsstadträtin nicht nur neue Erholungsräume schaffen, sondern auch bestehende Flächen öffnen.

Grünkorridore vor Wohnbau

In Zukunft soll ganz klar messbar sein, wie viel Grün- und Freiraum vorhanden sein muss", erklärte Vassilakou bei der Präsentation des Grün- und Freiraumkonzeptes. Parks, Fußgängerzonen oder Grünkorridore sollen schon in der "frühest denkbaren" Planungsphase und damit noch vor der konkreten Bebauung integriert und verortet werden. "Erstmals haben wir ein standardisiertes Instrument, das bei jeder Widmung greift", sagte die Stadträtin. Als Beispiel nannte sie einmal mehr die in der vergangenen Woche präsentierte Hauptallee für Hirschstetten, die den Badeteich über die Berresgasse mit dem Heidjöchl verbinden soll.

Mit dem Norbert-Scheed-Wald (Wienerwald Nordost), dem Vorland Lobau und dem Rendezvousberg in Stammersdorf sollen auch drei neue Erholungsgebiete im 21. und 22. Bezirk entstehen. Schutzgebiete wie die Lobau sollen nicht für Bautätigkeiten zur Verfügung stehen, sondern "tabu" bleiben, wie es hieß. Ob dies eine endgültige Absage an den Bau des umstrittenen Lobautunnels der Außenringschnellstraße S1 sein soll, wollte Vassilakou nicht kommentieren. Nur so viel: "Es gibt hier eine Auseinandersetzung. Diese tangiert aber nicht das Konzept."

Im Rahmen der Präsentation fordert die Planungsstadträtin auch eine durchgehende Öffnung der Wiener Parkanlagen. So sei etwa der Augarten derzeit ab 7.30 Uhr geöffnet. Für Vassilakou viel zu spät. Der Augarten und damit auch seine Zugänglichkeit liegt allerdings in der Verantwortung des Bundes.

Zum Schutz der Gartendenkmäler

Brigitte Mang, Chefin der zuständigen österreichischen Bundesgärten, möchte dazu keine Stellungnahme abgeben. Es habe sich schließlich noch niemand an sie gewandt, sagt sie zur "Wiener Zeitung". Die nächtliche Sperre der Parkanlagen sei im Interesse des Schutzes der Gartendenkmäler. Die Stadt selbst könnte dagegen künftig etwa Sportanlagen zur Verfügung stellen.

Auch wenn Wien wächst, soll der 50-prozentige Grünanteil bestehen bleiben, so Vassilakou. Um die Attraktivität zu garantieren, sollen in Zukunft auch vermehrt Anrainer bei der Planung neuer Projekte eingebunden werden.

1052 Parkanlagen in Wien
Der Ist-Stand: Der Open-Data-Katalog weist 1052 große, kleine und winzige Parkanlagen aus.

Quelle: Stadt Wien, Open Data, Katalog "Parkanlagen"