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2G im Sport mit Kompromiss

Von Christian Mayr

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WZ  Christian Mayr
WZ  Christian Mayr
© Wiener Zeitung

Tausende Kinder und Jugendliche wussten bis Sonntagabend nicht, ob sie mit ihren Vereinskollegen heuer noch gemeinsam gewinnen, verlieren respektive zusammen Sport ausüben dürfen. Denn so lange war unklar, was denn ab Montag für diese für die Volksgesundheit ebenso wichtige wie lückenlos durch Corona-Tests überwachten Gruppe angesichts der neuen 2G-Regeln gelten würde. Ein Sportverbot für ungeimpfte Kinder stand tatsächlich im Raum. Diese Horrorvision, die wieder etliche Kinder in Bewegungslosigkeit und damit auch Krankheit getrieben hätte, konnte gottlob abgewendet werden. Kurz gesagt, bleibt für alle schulpflichtigen Kinder am Sportplatz alles beim Alten, da sie ja eh in der Schule ständig getestet werden; eine Impfpflicht für Sportausübung wäre für die 12- bis 15-Jährigen tatsächlich ein unbotmäßiger Eingriff gewesen, zumal ein Riss quer durch die Wissenschaft, Medizinerschaft und auch die Länder Europas geht, bei der Frage, ob man diese Gruppe überhaupt schon gegen das Coronavirus immunisieren soll.

Offen bleibt allerdings, ob denn 2G für alle Ü15-Amateursportler tatsächlich auch exekutiert werden wird. Wer sich in den vergangenen Wochen - egal ob in der Stadt oder auf dem Land - auf den Sportstätten umgesehen hat, weiß, dass schon 3G mancherorts bestenfalls eine unverbindliche und daher wenig bis gar nicht überprüfte Empfehlung war. Man wird sehen, ob sich dies nun ändern wird respektive mehr Sportler zum Impfen motiviert werden - oder diese eher den Hut drauf hauen werden. In manchen Sportarten, etwa im Fußball, befindet sich die Herbstsaison auf der Zielgeraden, ob sich manche allein des Sports wegen den Stich geben, darf bezweifelt werden. Übrigens: Auch wenn im Profifußball (wo 2G ja nicht gilt!) nun wieder etliche Cluster aufpoppen, ist laut einer aktuellen DFB-Studie eine Ansteckungsgefahr während Matches "kaum möglich". Es geht also um das Davor und Danach.