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3 Mrd. Schilling-Stücke "versickert"

Von Petra Medek

Wirtschaft

Rund 3 Milliarden Stück Münzen aus der Schilling-Familie, das heißt jede 2. Münze, wurden im Zuge der Euro-Umstellung nicht retourniert, sondern sind in Sparschweinen, Sammleralben oder Gurkengläsern der Österreicher "versickert".


Diese nicht retournierten Münzen haben einen Nominalwert von 300 Mill. Euro, der sich bei der Münze Österreich AG positiv zu Buche schlägt, weil das Unternehmen diesen Wert nicht für den Rückkauf der alten Währung aufbringen muss, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Münze Österreich AG, Dietmar Spranz, gestern in einer Pressekonferenz. Außerdem habe sich positiv ausgewirkt, dass den Münzgewinnen aus der Ausgabe der 2-Euro-Münzen nur relativ geringe Aufwendungen für die in etwa vergleichbaren, seltenen 20-Schillingmünzen gegenüberstünden, so Spranz.

Das schlägt sich im Ergebnis der Münze nieder: 2001 stieg das EGT auf 59,7 nach 6 Mill. Euro im Jahr davor. An die Muttergesellschaft OeNB schüttet die Münze für 2001 eine Dividende von 58 Mill. Euro aus. Für 2002, das Jahr der Euro-Bargeldeinführung, prognostiziert Münze Österreich-Aufsichtsratschef, Nationalbankpräsident Adolf Wala ein Ergebnis von fast 300 Mill. Euro bei einem Umsatz von rund 580 Mill. Euro..

Im Münzlogistikzentrum wurden 2001 über 1 Mrd. Stück Schillinge und Groschen verstaltet und als Schrott weiterverkauft, für den die Münze nach den Worten von Vorstandsdirektor Kurt Meyer bisher rund 30 Mill. US-Dollar eingenommen hat. Gefertigt hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 856 Millionen Euro- und Cent-Münzen. In Summe wurden von Produktionsbeginn im November 1998 bis Ende 2001 rund 1,9 Mrd. Münzen geprägt, die zusammen über 9 Tonnen und damit etwa genauso viel wie der Eifelturm wiegen. Am häufigsten wurden bisher 1 Cent sowie 10 Cent-Münzen geprägt, den höchsten Prägebedarf sieht Meyer derzeit bei 2 Cent- und 5 Cent-Stücken.